Donnerstag, 24.1.2008, Alice Springs, NT

Am 8.1.2008 brechen wir drei auf nach Mildura - mit einem kleinen Umweg. Statt den direkten Weg von ca. 450 km fahren wir über Adelaide, weil wir dort noch einiges zu erledigen haben, über Murray Bridge / die erste Brücke über den Murray River- ich glaube um 1920 - nach Mildura, am Murray River, im Riveriner Country, dem Garten Eden. Fahrtstrecke rund 700 km. Aber am Abend Sind wir gut in Mildura gelandet um noch einige rasche Einkäufe zu erledigen und dann geht es auf nach Red Cliffs, 15 km außerhalb zu Jimmy, dem Freund von Shane, wo wir schon einige Zeit verbracht haben.
Bei den großen Entfernungen in Australien darf man nie vergessen, dass der Verkehr im Outback praktisch nicht existent ist. Adelaide mit seinen 1 Mill Einwohnern ist ein kleines Verkehrshindernis, wir mussten allerdings nicht ins Zentrum, somit auch wieder nicht so schlimm.

In Mildura bleiben wir diesmal bis Freitag, 18.1.2008 und erleben einige sehr heiße Tage - teilweise bis zu 45 Grad C, auch die Nächte sind dementsprechend heiß - aber es ist trockene Hitze daher sehr angenehm.
Die Weinernte setzt gerade ein bzw. rüsten die großen Firmen für die Ernte. Das sind alles Größen, die für uns unvorstellbar sind. Zilzie's z.B. eine „kleine" private „winery" mit 680 eigenen Hektar kauft auch noch Trauben zu . Um Mildura und Wentworth sind es viele Tafeltrauben die auf den Markt von hier kommen, aber unweit von Jimmy hat auch Lindemanns sein großes Distributionslager. Jimmy´s Sohn Brent arbeitet derzeit dort - Arbeitstag in drei Schichten - also 24 Stunden pro Tag. Anlieferung, Quetschen, Kühlen, Tanks füllen,.....
A pro pos......kurz vor unserer Abreise gab es hier einen Kampf der Giganten - ein Road Train mit „nur" zwei Anhängern ist gegen einen Zug geprallt. Lok kaputt, Zug entgleist, teile der Schienenstrecke kaputt, Tanker kaputt, 90 Tonnen Wein auf der Straße. Aufräumarbeiten dauerten 2 Tage und der Wein war noch immer in der Luft zu riechen. ....aber nur leicht Verletze und sicher ein geschockter Truck driver (truckie)

Ansonsten treffen wir Freunde von Shane, genießen Jimmy´s und Babies Kochkünste, feiern ihren Geburtstag, fahren an den Murray zum Baden, erledigen in Mildura einige Amtswege und ich kann auch einige Computer Stunden in der Bibliothek und in Community Center von Red Cliffs nutzen.

Ziemlich ruhige Zeit, schön für uns alle drei, denn die vielen Traktoren die im Moment in der Gegend unterwegs sind begeistern Angas maßlos.
Von Mildura geht es dann mit Darrel (vulgo Duffy) einem Arbeiter von Shane zurück nach Adelaide und Peterborough, bei herrlichem Reisewetter, teilweise Regen, aber der ist hier in der Gegend heiß ersehnt. Ein wolkenbruchähnlicher Guss in Adelaide. Bei Shanes Eltern verbringen wir das Wochenende, waschen noch einmal alle Wäsche, machen uns für den Busch reisefertig, ich besuche mit Angas noch das öffentliche Bad und ich schaue ins örtliche kleine Museum. Peterborough liegt an der Strecke des Indian Pacific. Der Zug bleibt heute allerdings hier nicht mehr stehen. Allerdings in seinen großen Zeiten hielten hier täglich bis zu 90 Züge und die Stadt lebte quasi von den Zugsarbeitern. Heute ist es eine ruhige Siedlung von hauptsächlich pensionierten Farmern und Farmarbeitern - wo trotzdem noch vier Pubs überleben können. Außerdem muss man bei australischen Pubs immer im Auge haben dass die Pokermaschinen die (fast) jedes Pub hat, Leute anziehen.
Ein Ausflug in den Nachbarort Jamestown, 70 km zeigt, dass diese Stadt lebendiger ist, da hier mehr die Farmer und ihre Familien leben bzw. Büros, Maschinenverkauf etc. angesiedelt sind.

Peterborough hat eine katholische Grundschule und eine staatliche - ich bin sehr erstaunt, dass beides möglich ist, aber die Farmer der Gegend setzten eher auf Privatschule. Am Sonntag, 20.1.2008 gehe ich mit Angas in die Kirche. Neben einer geschlossenen evangelischen Kirche (1920-2000) gibt es noch Anglikanische Kirche, Uniting Church, Salvation Army...und um 11.00 Uhr kommt der katholische Priester aus Jamestown für die katholische Messe. Die Organistin möchte Angas gleich in die private katholische Schule aufnehmen, ist dann enttäuscht, dass wir nur Besucher sind. Damit es während des Gottesdienstes nicht so heiß ist, laufen die Ventilatoren auf Hochtouren. Ansonsten ist das relativ große Gebäude nur spärlich besucht.
Ich bin auch baff erstaunt, wie gut Angas den Gottesdienst durchhält. Aber es gibt ja doch immer wieder etwas Neues zu Sehen und zu Hören, mal stehen wir auf, dann gehen wir ein Stücken zum Altar. Die Organistin mit ihrer elektrischen Orgel sitzt genau vor uns und über uns schaut der Erzengel Michael herunter, der auf einem großen Drachen steht. Das gefällt Angas natürlich besonders gut.
Vielleicht kann ich das nächste Mal wenn wir nach Peterborough kommen bei der evangelischen Kirche bereits lesen "Church for Sale" - in der Nähe von Loxton auf der Fahrt nach Mildura ist mir diese Kuriosität untergekommen - und man findet viele ehemalige Kirchen verwendet für Gallerien, als Heim,.....

Am Montag, 21.1.2008 ist erster Reisetag, erstmals nach Port Augusta, dem Tor zum Outback, wo ich mein „neues" Auto - ein Ford Holden Station Wagon anmelden muss, 6 months registration!!!!
Einkaufen, email, Post,....weiter geht's. Busch-Camp am Stuart Highway, kurz nach Glandambo, ca 300 km nördlich von Port Augusta, ca. 200 km südlich von Coober Pedy. Mein erstes Campfeuer, leider fast keine Sterne, dafür aber fast Vollmond, der die Nacht total hell macht. Am Dienstag verpasse ich leider die Farbenpracht der „Morgendämmerung" aber die Sonne ist bald heraußen - und mit ihr Millionen von Fliegen.
Von den Regengüssen in Queensland spüren wir hier überhaupt nichts. Es ist trocken und heiß.
Dienstag, 22.1.2008 Coober Pedy, die Opalgräberstadt, gut zum Auftanken und Peter, ein waschechter Grieche in CP - deren es hier viele gibt, bei der Mobil Tankstelle zu besuchen. Stop in Marla und ein Blick hinein zu den Emerald Ranges....dort wo auch Mmili liegt, wo ich im April 2000 Shane erstmals getroffen habe. Und weiter geht es zum nächsten Busch Camp , direkt an der Grenze von Südaustralien ins Nord Territorium wo wir ein super Buschfeuer machen, und Angas eine große Hilfe beim Holzschlichten ist. Hier sind es wieder mehr die Ameisen die nächtliche Quälgeister sind.
Die Fahrt entlang des Stuart Highway durch das rote Herz habe ich jetzt schon sehr oft gemacht, ist aber nach wie vor faszinierend. Die Tafelberge nach Port Augusta, die karge Landschaft um Coober Pedy, die Wüsteneichen und Sanddünen um Erldunda - bei der Abzweigung vom Ayers Rock.....und dann ist es nicht mehr weit nach Alice Springs, wo wir am Mittwoch, 23.1.2008 ein Motel beziehen - mit Schwimmbecken - was natürlich ein besonderes Erlebnis für Angas wieder ist. Letzte Einkäufe, Erledigungen, .....Alice ist für mich ja keine fremde Stadt mehr....und trotzdem jedes mal wieder spannend.
Doch diesmal ist es nur ein Kurzbesuche der uns herbringt, denn am Donnerstag, 24.1.2008 geht es weiter in Richtung Norden.....Gemtree....mein / unser neues Heim.

Doch darüber......später...in meinem nächsten Bericht.

Ich genieße die Hitze.....denn es ist wahrlich heiß hier......ständige 40 bis 45 Grad. Ich habe mich auch daran gewöhnt.

Ich hoffe, in Österreich sind alle wohlauf.
Ich wünsche euch einen schönen Faschingsausklang und alles Gute.
Liebe Grüße
Maria, Shane, Angas
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