Freitag, 27.6.2008, Back to Elbale

...ist heute eigentlich Schulschluss in NÖ und Wien ???
...wenn ja ... dann SCHÖNE FERIEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Samstag, 31.5.2008
19.30 Uhr - Elbale am Plenty Highway on Jervois Station, Australien
12.00 Uhr - Österreich, Waldviertel
Gleiche Zeit…..und wir stoßen alle an. Hier in Australia - Shane, Angas und ich, Duffy, Christine und Banjo - dort in Österreich meine Mutter mit ihrer Freundin Erika. .... worauf ????
Auf den 70er meiner jungen MAMA - alles Gute. Und wie ich in einem 5 Minuten Gespräch mit Mama bereits erfahren konnte....hat sie sich über diese „gemeinsame" Feier sehr gefreut!

Dienstag, 3.6.2008

Meine Männer Shane und Angas sind seit Sonntag weg - „out bush" - um Angas Mutter zu besuchen, Bilder zu „sourcen" und ein wenig „time out" für sich selbst zu haben. Ich bin bei Banjo und Christine, mit Duffy, in Elbale Homeland und bereite mich auf zwei arbeitsintensive Wochen vor.
Ich möchte gerne ein neues Programm für die Schulen zusammenstellen, mit neuen Fotos, Texten und Liedern - um mit PC und Beamer zu arbeiten. Die Zusammenstellung ist einfacher am PC als mit Dias, und ich kann auch Texte integrieren. Gleichzeitig weiß ich, dass der Diaprojektor verlässlicher ist als die ausgeklügelte Technik - aber als back-up kann ich die Dias ja auch noch zu meinen Vorträgen mitnehmen.
Außerdem sollte mein PC mal „gesäubert" werden, meine emails durchforstet werden etc. also ich wusste, mir würde die nächsten zwei Wochen nicht fad werden. Ansonsten freue ich mich auf eine „Gemüsediät", denn irgendwie habe ich genug Fleisch in den letzten Monaten gegessen.
Montag, mein erster Arbeitstag wird laut Duffy ein „kurzer" Tag, weil nicht viel passiert ist. Banjo und Christine fahren mit uns nach Bonya, 80 km, um Duffy und Shane in das Schema des „CDEP" (Community Development Enterprise Program) einzutragen. Die zuständige Person (Virginia) ist nicht da, kommt erst am Dienstag vom Urlaub zurück. Also fahren wir unverrichteter Dinge wieder zurück. Allerdings sind Banjo und Christine ziemlich gut zu uns und bleiben in „Molly Hill" einer Kupfer- und Goldmine stehen, die auf Banjos Land liegt, im Moment aufgelassen ist, aber ab Ende des Jahres 2008 wieder in Betrieb genommen wird. Die Steine die dort herumliegen faszinieren mich, da sie alle Farben spielen von rosa und rot über grau und grün bis weiß, schwarz und gelb. Duffy hat seinen „metal detector" mit, der einige Male ausschlägt, aber leider nicht für ein ordentliches Golnugget.
Am Sonntag waren wir vier bereits unterwegs - in aufgelassene Gruben auf Huckatta Station, wo nach „mica schist" (Glimmerschiefer) gegraben wurde. Als wir uns den Abraum-Hügeln nähern glitzert die Erde sozusagen. Glimmerschichten überall - allerdings so fein, dass die Schichten wie geleeartiges Papier sich abschälen lassen. Noch nie hatte ich so etwas gesehen. Genauso wenig wie den roten Sand im Flußbett des Plenty, der wenn man gräbt richtige rote Sandbälle freilässt. „Garnetsand" (Sand mit großem Anteil an Granaten), der zum Teil auch gefördert wird.
Am Dienstag, später Vormittag setzte ich mich dann endlich zum PC und an die Arbeit. Auf der Veranda, neben meinem Swag habe ich unseren Campingtisch aufgestellt, Sessel, Strom gibt es über die Solarzellen-Anlage, also steht meinem Unternehmen nichts im Wege. Am Montag vor unserer Abreise habe ich ein Konzept geschrieben und ich freue mich darauf, dieses nun in Bild, Wort und Ton umzusetzen.
Dass ich aber, bevor ich mit der Arbeit beginne einen Arbeitsschritt zu wenig am PC mache, das war meine eigene Schuld......denn statt der Flash Card für meine Kamera habe ich die externe Speicherplatte formatiert.
Mein Schrei den ich losließ klang durch die Weite und Christine, Banjo und Duffy dachten: „Jetzt dreht sie durch." Mir war auch danach.....denn immerhin hatte ich auf der externen Festplatte Fotos von fünf Monaten Australien sowie einige kleine Video-Filme mit Angas gespeichert. Die waren alle weg. Es ist mir körperlich nichts passiert (so dachte ich), aber der Ärger und die Wut gegen mich selbst, die war nicht ohne. Neben den aktuellen Fotos waren natürlich alle anderen Fotos, Diascanns, abgelegte Arbeiten etc weg. Gott sei Dank hatte ich vor meiner Abreise ein back up gemacht - und so wusste ich zumindest, dass es in Österreich einen neue externe Speicherplatte gibt, denn ich glaube sonst hätte ich wirklich durchgedreht. Aber ich wusste, es war mein Fehler - und Christine und Banjo waren sehr hilfreich, sie meinten einfach: „Wir müssen halt alles noch einmal machen. Känguru schießen, ausnehmen, in der Erdgrube kochen, Echidna jagen.....und das „Jagdwochenende" müsste wiederholt werden." Na ja....schauen wir mal. Gott sei Dank habe ich ein paar Dias geschossen.
Das nächste Problem kam aber gleich. Wenn ich eine neue Show zusammenstellen will, dann muss ich das hier in Australien machen. Wieder zurück in der Heimat ist dafür kaum Zeit. Also brauchte ich ein Telefon um einen guten Freund anzurufen, der mir die benötigten Dateien plus Installations- CD schicken kann. Leicht gesagt, wenn das nächste Telefon 80 km entfernt ist und der nächste Internetzugang den ich verwenden kann 300 km. Der erste Versuch am Dienstag zum Telefon zu gelangen scheiterte. Mittwoch war es dann so weit. Alle vier brachen wir nach Bonya auf, um Gas zu besorgen, für die „Donkey-Warmwasseranlage", um Virginia betreffend „CDEP" zu kontaktieren (sie war da, aber keine Posten in der Umgebung im Moment frei) und um zu telefonieren. Wir musste zwar warten, weil wir um 12.30 Uhr in Bonya ankamen.....und vor 14.00 Uhr (6.30 Uhr in Österreich) wollte ich niemanden aus den Federn jagen. Glück gehabt. Lajos erreicht ! Und so hoffe ich nun, dass ich bald meine „alten" Fotos bekomme. Die „neuen" sind weg. Besonders Leid tut es mir um die vielen „action" Fotos mit Angas. (Anmerkung: Am Mittwoch, 2.7.2008sollte es so weit sein.....die gewünschten Daten sind per Post in Alice Springs gelandet und Shane hat sie mir von einer seiner Busch-Trips gebracht!)

Freitag, 6.6.2008

Mein Ärger über die verlorenen Bilder ist längst verblasst. Im Moment sitze ich hier in meinem „Veranda" Büro bei starkem Regen und genieße mit Christine die Weite. Alle Männer sind ausgeflogen, so erzählen wir einander „stories". Sie sieht Unmengen fern (daher weiß ich auch, dass Obama das Rennen für die Präsidentschaftskandidatur gemacht hat) und ich bin froh, dass wir nördlich des Wendekreis des Steinbockes sind und es daher (noch) nicht kalt ist - so wie mittlerweile in Sydney, Melbourne und Hobart. Der Regen auf dem Wellblechdach hört sich gut an, die Luft ist auch so richtig frisch und fein und außerdem habe ich ja ein Dach über dem Kopf. Ich muss an meine Männer denken, die vielleicht nur das Auto als Unterschlupf haben?????
Es rollt gerade ein Auto ein. Banjos Tochter Barbara mit Mann Robert mit ihren fünf Kindern. Schön langsam wird es kühler. Ich sitze mittlerweile hier mit zwei Pullovern. Und wenn ich mir die Leute anschaue, dann wird mir noch kälter. Kurze Hosen, kurze T-shirts, keine Schuhe. So richtig gut zum Sich verkühlen. Immerhin können sich jetzt alle mit Tee und unter den vielen Decken in Christines Bett aufwärmen, und sie freuen sich, dass sie TV sehen können, bzw. die im Moment laufende DVD, die nach viel Krach und Lärm klingt. Nach zwei Stunden fahren alle wieder ab .... „klirrende Kälte" (Regen, feucht, keine Sonne, aber wahrscheinlich hat es noch immer um die 15° C). Roberts Familienmitglieder zittern vor Kälte, keine Decken im Auto, nichts. Drei Stunden Anreise - drei Stunden Rückreise - und unverrichtete Dinge retour, denn Banjo war nicht hier...und somit konnte Robert die gesuchten Autoteile nicht mitnehmen.
Es bleibt regnerisch und kühl. Robert sagte, der Regen hatte erst ca. 30 km westlich von Elbale begonnen - und die Männer berichteten am nächsten Tag, dass auch Alice Springs ohne Regen war. Christine und ich erlebten an diesem Abend eine Invasion von Motten. Witchetty Grub sind geschlüpft, nach dem Regen kommen sie heraus, und wenn sie richtig groß sind bedeutet das, viel Regen. Zu den zwei ursprünglich angeflogenen Flugobjekten gesellten sich dann noch mehr und noch mehr. Ein Tanzen und ein Schwirren lag in der Luft - und alle folgten dem Licht, welches wir an hatten. Als ich dann im Swag lag hörte ich die Motten ins Feuer fliegen, und eine nach der andren wurde geröstet. Die Tiere taten mir richtig leid, denn sie waren wunderschön.

Ich möchte hier nun so ein wenig über Banjos und Christines tägliches Leben und die Abende einbringen. Denn auch das ist etwas anders, als wir in unserer zivilisierten Welt es gewöhnt sind. Auf Dauer ist für mich so ein Leben hier nicht vorstellbar, aber die Erfahrung tut gut - und es ist entspannend. Ich nenne es in meinem Tagebuch „die Verlangsamung der Zeit".

Wie ich schon in meinem letzten Bericht geschrieben habe, sind die Häuser sehr einfach. Mittlerweile war ich in einigen Häusern drinnen. Einrichtung besteht aus Matratze oder Bett, TV - that´s it. Ein „Küchenzeile", die fast nie verwendet wird, denn gekocht wird draußen. Ich habe das Gefühl, Banjo und Christine würden am liebsten jeden Tag jagen gehen. Erstens macht es ihnen Spaß, die Tiere zu verfolgen (sie sind darin echte Meister) und zweitens haben sie dann Essen das ihnen wirklich schmeckt. Die Abendgespräche am Campfeuer sind auch immer „stories". Meist geht es um die Spuren im Sand, um die erlegten und nicht erlegten Tiere und wie sich alle gefreut haben. Manchmal erzählen sie über ihre Familien und ihre abgestammten Länder und wie sie wohin gewandert sind. Weltpolitik ist kein Thema, obwohl das TV Gerät permanent läuft, auch mit Nachrichten, die ich mir kaum ansehe, denn irgendwie kommt immer wieder das Gleiche! (Ich weiß also nicht, was sich auf dem Erdball alles tut!) Banjo arbeitet viel an seinem „neuen" Auto, das er aus verschiedenen alten zusammengebaut hat, lackiert hat, mit R.M.Williams-Stickern versehen hat - und das jetzt, da es fertig ist (DI, 10.6.2008) echt super aussieht (ein paar Tage später sollte ich erfahren, dass dieses Auto „noch" keine Bremsen hat, Banjo es aber trotzdem für kurze Strecken verwendet!).
Christine gießt am Morgen meist ihre neuen Bäume und während des Tages sieht sie meist Fern. Alles was es gibt, Dokumentationen, Filme, auch DVDs sind vorhanden. Mittagsschlaf ist natürlich auch ein Thema, für beide! Kochen (eigentlich immer dasselbe - Kängurufleisch), Wäsche Waschen, Damper machen, außerdem muss die Feuerstelle als solche erhalten bleiben, das sind so die wichtigsten Arbeitsaufgaben. Seit ich nun da bin, war das Campfeuer nie ausgegangen.
Ein sehr einfaches Leben - und ich bin mit meinem PC hier sicher ein „Allien" - fühle mich aber nicht als solcher, denn die zwei sind echt nett zu mir und zeigen mir Vieles, wie auch Banjo´s „waterhole on his father's country". Nachdem es fast drei Tage geregnet hatte präsentierte sich bei unserem Besuch der Platz wunderschön, mit echten kleinen Wasserkaskaden....und das am Rande der Simpson Desert.

...übrigens....der Regen hielt für das ganze Wochenende an, und irgendwann waren dann auch die Solar-Strom-Reserven verbraucht - sodass wir Samstag 7.6. und Sonntag 8.6. ohne Strom waren, was Banjo und Christine Tage im Bett geschenkt hatte und ich las mich durch eine Menge Material in Büchern, Zeitschriften, Zeitungen etc.
So schnell der Regen und die Kühle gekommen waren, so schnell waren sie auch wieder vorbei, und „Queen's Birthday Holiday" am Montag, 9.6.2008 feierten wir wieder bei wahrscheinlich 25° C Tagestemperatur - ein richtig schöner „Wintertag".

Was haben wir seit Ende Mai, letzter Bericht vom 21.5.2008, ebenfalls Elbale gemacht, nachdem wir Banjo und Christine verlassen haben?

ENDE MAI 2008

Wir (= Shane, Angas, Duff und ich) waren rund zwei Wochen unterwegs in Utopia mit seinen vielen Homelands und Outstations um unsere Künstler zu besuchen, zu fotografieren, zu recherchieren und zu filmen. Das braucht wohl eine Wiederholung - denn die Fotos sind weg. Utopia, die alte Rinderfarm, heute gehört es den „traditional owners" mit seinen 16 Outstations ist Heimat vieler berühmter Aboriginal KünstlerInnen wie Emily, Ada Bird, Lindsay Bird, die Petyarre sisters, Greeny Purvis, etc.
Erst neulich las ich einen Zeitungsartikel über die bessere „Gesundheitsrate" in Utopia. Bei meinem Besuch konnte ich mir das gar nicht vorstellen. Denn all die Outstations sind von Schmutz, Hunden und Abfall umringt. Aber - nachdem es außer einem „community store" in Newshop die nächste Einkaufmöglichkeit in Alice Springs und Tennant Creek gibt, sammeln und jagen viele Aborigines traditionelles Essen. Außerdem leben sie mit ihrem „mob", mit ihrer Familie in einem kleinen Gebiet und somit sind die Clan- Zwistigkeiten, die in Alice Springs Teil des indigenen Lebens sind, ausgeschaltet. Die kleinen Schulen sind zwar noch immer zum Teil in alten Bahncontainern untergebracht, laut Presse ist der Schulbesuch aber außergewöhnlich gut. In Mulga Bore, dort wo Lindsay Bird mit seinem Clan lebt, wurde erst ein neues Klassenzimmer eingerichtet und neue sanitäre Anlagen wurden installiert. Obwohl in vielen Zeitungen zu lesen ist, dass die Unterstützungsmittel der Regierung für die Outstations immer weniger werden, wäre es doch ein Grund, diese Art des Lebens aufrechterhalten zu können.
ABER - natürlich, da drängt sich eine politische Frage, und die Frage der Rentabilität auf. Es ist viel einfacher, die indigene Bevölkerung in einem zentralen Wohnplatz aus zu „bedienen", zentrale Lager und Camps zu schaffen....und daher ist der Zuzug in Alice Springs enorm. In meinem letzten Bericht habe ich über das „Income Management" geschrieben, das mit einem zentralen Büro in Alice Springs viel leichter zu verwalten ist, als mit verstreuten Niederlassungen, hunderte Kilometer entfernt, teilweise kein PC oder per Satellit. .... und wenn ich Entfernungen schreibe, dann meine ich das auch so. Lindsay Bird z.B. hat von Mulga Bore aus ca. 50 km nach „Newstore", ca. 70 km nach Gemtree, wo ein kleiner Shop angeschlossen ist und ca. 230 km nach Alice Springs....und noch dazu sind die community stores oft doppelt bis dreifach so teuer wie die Supermärkte der Stadt. Allerdings hat Lindsay eine besondere Annehmlichkeit, er hat sein eigenes Telefon und ist nicht auf das Telefon in der community angewiesen, immerhin gehört er zu den bekanntesten lebenden aboriginal Künstlern.

Weiter dann nach Boundry Bore, wo Greeny Purvis mit seiner Frau Kathleen und Tochter Jedda zu weltbekannten Künstlern zählen. Einfahrt in Boundry Bore sieht nicht nach Weltruhm aus. Ca. 15 Menschen leben im Freien. Kochen, malen, schlafen, Karten spielen,.....just like that, und dazu natürlich die vielen Campdogs, die vielen kaputten Autos, die Kinder.....Angas hat jedenfalls seinen Spaß mit den Kindern und es schaut lustig aus, wie er mit seinem Buch („Fahrzeuge") herumspaziert und den großen vorliest. Ich muss das Buch bei meinem nächsten Besuch wieder mitnehmen und hoffe, die Kinder werden wieder da sein.
Umso schöner ist es aber mit den „custidoans" und Künstlern zu sprechen. Ihr Land, ihr Leben, ihr Sein - das ist auch die Kunst. Und die Bilder die wir diesmal kaufen gefallen mir besonders gut. Greeny's einfache Linien, die sein „Bush Yam Dreaming" darstellen und Lindsay gehört so und so zu meinen Lieblingen. Er hat so viel Witz und Humor und der überträgt sich auf seinen ganzen Stamm. Neulich hat Lindsay seinen Stil geändert bzw. erweitert. Er malt im Stile von Emily, der wohl bekanntesten Aboriginal Künstlerin. In einem Interview sollen wir erfahren, dass er Emily „mother" nennt. Nun scheint das nirgends in der Literatur auf und wie Shane und ich wissen ist der Begriff „mother" in der Stammesgruppe anders zu sehen. Aber Lindsay sagt, nein „birthmother", und er malt jetzt seine Bilder zu ihrer Ehren. Dieser Aussage werden wir wohl noch nachgehen.

JUNI 2008

Ja und dann das Zurückkommen zu Christine und Banjo wurde gefeiert. Zwischendurch waren wir wieder in Alice Springs, teilweise gemeinsam, um unseren Wagentross von Gemtree nach Elbale zu übersiedeln, wo wir jetzt quasi unseren Wohnsitz einnehmen. Interessant war das gemeinsame Camp-Feuer nach unserem Besuch in Alice wo Banjo voll Freude über einen bevorstehenden Ausflug nach Urandangie Pub und Lakes schwärmte. Ich freue mich schon darauf. Liegt bereits in Queensland, ca. 200 km süd-westlich von Mount Isa. Die Geschichte über die Schlange im Wasser ist aber nicht ohne. Banjo freut sich aufs Fischen - allerdings müssen wir die Regenbogenschlange um Erlaubnis bitten und jeder von uns darf nur einen Fisch herausziehen, denn sonst holt dich die Schlange!!!! Ich bin schon neugierig, wann wir fahren.
Im Moment, da ich diesen Bericht schreibe sind Angas und Shane schon wieder seit einer Woche im Norden bei Angas' Mutter. Ihr letzter Besuch war verregnet (siehe oben!) und die drei konnten nicht alle wichtigen Stammesmitglieder in Tara und Epenara besuchen, weil die Zufahrten einfach zu nass waren.
Ich bin hier in Elbale und arbeite am PC mit den Fotos die ich mittlerweile gemacht habe bzw. Fotos die ich in anderen Dateien auf dem PC gefunden habe. Ich habe ich den Wohnwagen gesäubert (wörtlich jedes Trum herausgenommen etc.) und genieße die Outback-Stille wenn nicht gerade das Radio tönt.

Ja ich habe mich gewöhnt - an die Spinnen im Haus, ans Kochen am offenen Feuer, an die kühlen Temperaturen der Nacht und die warmen Tage (haben derzeit um die 20° C). Allerdings - beim Campen letztens hatten wir Frost am Swag!!!
Ich habe mich daran gewöhnt dass die Stormversorgung nicht funktioniert und wir kein elektrisches Licht haben, d.h. mit Sonnenuntergang um 18.00 Uhr verblasst das Tageslicht um gegen 7.00 Uhr am nächsten Morgen wieder zu erwachen. Ich habe mich daran gewöhnt dass, wenn immer es möglich ist, Kängurus gejagt, ausgenommen, in der Erdgrube gekocht, zerteilt und gegessen werden (einfacher als sich täglich überlegen zu müssen, was koche ich heute?). Ich muss hier anmerken, dass wir (= whitefella) unsere Kängurus häuten und im Topf garen. Shane machte vor seiner Abreise einen Stew der haubenverdächtig war!!!!! Ja und ich habe mich auch daran gewöhnt, dass plötzlich Besucher auftauchen, die dann ihr Lager aufschlagen (eine Decke reicht!) ... und ganz plötzlich wieder verschwinden. Vor unserer Abreise nach Alice am 15.6.2008 waren so um die 10 Erwachsenen, 10 Kinder und 5 Hunde im und um das Haus die hier übernachteten. Und es ist für mich noch immer verblüffend, wie wenig die Leute zum Reisen und auch zum Leben brauchen. Wenn ich mir anschaue, dass Christine mit einem Paar Schuhe, einem Pullover, einer langen Hose, ca. 4 Röcken und 4 T-Shirts das Auslangen findet, so muss ich feststellen, dass meine Reisegarderobe größer ist.




Das einfache Leben tut gut - Geist und Seele erholen sich. Auch Essen brauche ich nicht viel und ich denke ich habe ein paar Kilos verloren.
....ja und wenn ich diesen Bericht schreibe bin ich neugierig, wann ich wieder email Zugang haben werde, denn immerhin sind es 300 km nach Alice und 300km retour. Da überlegen wir uns bei den derzeitigen Dieselpreisen jede Fahrt.

...und was Angas betrifft so denke ich ist er ein glückliches Kind - zumindest macht er so den Eindruck!!!! Und es tut ihm gut, diese Verbindung zur Erde und zur Natur zu erleben, das Jagen, das Ausnehmen der Tiere. Etwas ganz Normales, was aber in unseren Breiten als „PFUI" empfunden wird. Ich denke da an meine vielen Workshops wo viele Kinder rein bei dem Gedanken ein Stück erjagtes Fleisch zu essen, welches nicht im Supermarkt gekauft wurde, ekelt. Ich bin überzeugt, dass diese Erfahrung für Angas wichtig und gut ist, um solide Wurzeln zu bilden.
Außerdem dank der vielen Besuche, hat er immer wieder Kinder zum Spielen, was in Gemtree etwas fehlte. Am Donnerstag, 19.6.2008 begannen hier 4-wöchige Schulferien. Banjo brachte seine Tochter Julie (4) und dessen Nichte Monica (4) aus Bonya mit. Ein Fest für die Kinder! Sie sollten für vier Wochen bleiben, sind aber wieder retour in Bonya, weil Banjo und Christine kürzlich nach Alice mussten. Aber ich denke, wenn Shane und Angas retour kommen, werden die zwei schon wieder auftauchen, vielleicht diesmal mit mehr Gepäck???
Banjo und Christine müssen sich wundern, was ich alles für Shane und Angas einpacke, wenn sie für eine Woche verschwinden.
Für mich war es verblüffend, wie wenig die zwei Kinder mit hatten. Monica kam mit einem wahren „Prinzessinnen Kleid" mit einem Tüll-gefülltem Unterrock, einem T-Shirt, einer Fischer-Hose, einer Haube (die sie immer auf hatte) - für vier Wochen Aufenthalt. Sie hatte nicht einmal eine langärmelige Jacke mit. Also wechselte eine von Angas Jacken den Besitzer, sie war zwar ein wenig klein für Monica, und das Ferrari Rot schlug sich prächtig mit dem grellen Pink ihres Kleidchens, doch anbetracht der Kälte der Nacht und des Morgens kümmerte sie sich wenig darum!

Ja, mir geht es rundum gut.
Das wollte ich noch sagen - und ich grüße dich und euch!
Sei(d) umarmt
Maria
.....mit einem bear hug von Shane und Angas

....Bericht weggeschickt Mitte Juli.....aber ich war jetzt vier Wochen nicht in Alice Springs und hatte diese Zeit über weder Telefon- noch Interent-Zugang.


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