Algebuckina Bridge
ON THE ROAD AGAIN
Oodandatta, 5.7.2009 / Coober Pedy, 31.7.2009

In meinem letzten Reisebericht aus Peterborough habe ich geschrieben: „Lake Eyre ist nicht weit weg von Peterborough, welches am Rande der Flinders Ranges liegt. Von Port Augusta aus ginge es hinauf in die Flinders, nach Marree und dann am Oodnadatta Track zum Lake Eyre. Oder von Wilpena Pound aus könnten wir einen Flug über den See machen….aber eigentlich wollen wir in Richtung Westen, nach Kalgoorlie, der australischen Goldstadt um dann durch die Wüste in den Norden zu stoßen, eventuell nach Halls Creek, hinauf in die Kimberleys. ?????
Ja irgendwann werdet ihr wieder erfahren, was wir machen."

Lake Eyre haben wir geschafft…..aber den Westen nicht!
Am Donnerstag, 11.6.2009 um 11.00 Uhr sind wir aus Peterborough abgereist und haben zu Shane's Eltern gesagt: „Wenn Post für uns kommt sollen sie diese bitte aufheben. Wir melden uns, denn wir haben auf jeden Fall vor, nach Coober Pedy zu kommen. Es wird aber gute zwei Wochen dauern", worauf sie uns groß angeschaut haben und lachen mussten. Peterborough - Coober Pedy ist im Regelfall eine Tagereise, rund 700 km. Es war unverständlich für sie, warum wir dafür zwei Wochen brauchen sollten!!!!!
Doch wir hatten so unseren Plan und genug Zeit…..also wieso sollten wir hetzen????? Wir wollten über Lake Eyre nach Coober Pedy um dann zu entscheiden ob wir in Richtung Westen über den Anne Beadle Highway, Great Central Road nach Warburton und dann eventuell nach Norden weiter reisen. Bald sollten wir erfahren, dass der Anne Beadle Highway in keinster Weise gewartet wird und Insider Wissen vom „Cartetaker Leon" aus Maralinga (Gebiet der britischen Atomversuche in den 60er Jahren am Rande der Nullabor Planes), der in William Creek arbeitet und seinen Job in Maralinga so zu sagen weitervermietet („It is getting very lonely there, you have to get out of it every now and then.") Wir mussten also unsere Pläne etwas ändern.

Nachdem wir Peterborough an einem schönen „Reisetag" mit blauem Himmel und angenehmen Temperaturen verlassen hatten (zwei Autos - unser gelber Landcruiser mit Anhänger und ein neu erstandener Pritschenwagen (=ute), beide 4 WD, also buschtauglich). Das neu erstandene rote kleine Auto mit dem Shane fuhr machte nach ca. 20 km Fahrt seine ersten Mücken. „Das beginnt ja fein", dachte ich. Wir fuhren ungefähr 100 km, mit immer wieder Zwischenstopp nach 20 km. Das Auto fauchte und schnaubte und hinterließ eine ordentliche graue Wolke. Shane meinte das Fahrzeug bekommt keinen Saft. Gott sei Dank hatte er die glorreiche Idee den Filter zu wechseln…..und vorbei war der Spuk. Es sollte das einzige Problem mit dem neu erstanden Buschfahrzeug sein, außer der Tatsache, dass er Öl verliert…..bei diesem alten Brummer kein Wunder!
Nach den letzten kalten Tagen erwischten wir einen wirklich schönen Tag für unsere erste Buschnacht. Kurzer Einkaufstopp in Port Augusta (ca. 200 km von Peterborough) und dann schlugen wir ein Buschcamp für die nächsten drei Nächte ca. 40 km nördlich von Port Augusta, vorbei am Tent Hill, der erste Blick ins Outback, in Richtung Norden am Stuart Highway und dann über die Geleise der neuen Ghan, bis wir einen geeigneten verstecken Lagerplatz fanden , der genug Holz hatte und geschützt war. Wir sind unweit der Ghanlinie und Angas winkt jedem Zug der vorbeifährt, und deren sind es nicht wenige, in erster Linie Güterverkehr.
Wir genießen unser erstes Campfeuer nach zwei Monaten. Angas liebt Camps. „Make a camp. Make a fire. Cooking in the fire. Sleeping in the swag."…..das ist seine ganze Campgeschichte, und es ist ihm sehr bewusst dass wir Holz brauchen. Wenn wir Camp suchen meint er immer gleich: „Plenty of wood there.", und noch dazu ist er ein tüchtiger Holzsammler, der immer mithilft und sicher geht dass genug Holz im Camp ist.

Die Nächte sind kühl, nein KALT!
Und nach dem noch fast vollem Mond, einem guten Feuer, Steaks und Tomaten ging es in den Swag. Alle drei in einem großen Doppelswag. Ich muss dann in der Mitte liegen, denn Angas bewegt sich so viel, und Shane haltet das nicht aus. Am Rande ist Angas besser aufgehoben - nur ich komme mir oft eingesperrt vor - dafür ist es aber schön warm! Wir legen uns übrigens mit Rollkragenpullover und Pullover nieder, sodass wir am Morgen nur in die Jacke schlüpfen müssen, um unsere Nachtwärme zu halten. Ich passe auf, dass unser Gewand für den Morgen nicht unter freiem Himmel liegt…..denn sonst ist es in der früh taunass!
Trotz Kälte und ein paar Regentropfen, nach denen wir beide hofften, dass nicht wirklich Regen daraus wird schliefen wir fest und gut. Die nächsten zwei Tage sollte ich mit Einkaufen, Internet, Autoservice, dgl. in Port Augusta bzw. Whyalla verbringen. Meine zwei Männer blieben im Camp. An Port Augusta liebe ich das französische Brot….fast so wie die echten Baquettes, ansonsten ist es einfach Versorgerstadt mit BIG W, Wollies (Wooolworth), etc. Nachdem Port Augusta mir keinen Internetfachmann liefern konnte, musste ich dann am nächsten Tag nach Whyalla, der australischen Stahlstadt, 60 km von Port Augusta, da ich noch dringend vor den großen Ferien mails betreffend der Schulworkshos verschicken musste.
Südaustralien hat eine prächtige günstige Einrichtung - Bibliotheken - die Breitbandnetzte kostenlos zur Verfügung stellen. Einziger Haken für „bulk mails" - ich kann diese nicht so von der Webmail Seite von tele2 verschicken, da ich die Adressen im Microsoft Outlook in Gruppen gesammelt habe, und dazu direkten Zugang zu einem Provider benötige. Ich brauchte also Internetzugang der mir direkten Versand meiner Mails aus dem Outlook Programm ermöglichte…..und da bin ich 100 km nach Whyalla und wieder zurück gefahren……für ca. 45 Minuten mailen….da ich alles gut in Peterborough vorbereitet hatte. Ich genoss aber den wunderschönen Tag am Meer und die klare frische Meeresbrise im Gesicht, schlemmte Kaffee und Kuchen und ging noch zum Frisör…..denn ich dachte, Gott weiß, wann ich wieder Kopfwaschen kann…..da die Wetteraussichten für die kommenden Tage nicht sehr rosig waren. Einziger Trost - wir fuhren in Richtung Norden, und da wird es merklich wärmer mit jedem Kilometer.
Zurück im Camp bei meinen Männern hatten sie ziemlich genug Wind, leichter Nieselregen……wir bereiteten uns also auf ein Regencamp vor…..Gott sei Dank habe ich noch eine große Plane beim BIG W erstanden, und am Sonntag sollte die Reise dann so und so weitergehen. Angas liebt noch immer seine Nachtflasche, was dazu führt dass seine Nachtwindel am Morgen ziemlich nass ist. In der zweiten Nacht war auch der Swag nass…..worauf wir einfach gemeint haben: „No more bottle in the swag". Angas hat dies einfach akzeptiert. Ich war auf Protest eingestellt!!!! Somit war die Nachtflasche Geschichte. Obwohl er während des Tages noch immer gerne seine „little bottle" mag, kleine Fruchtsaft Flaschen. Wenn er damit in einer Ecke sitzt wirkt er oft sehr „konzentriert abwesend". Ich sage dann immer: „Angas is contemplating again."
Weitere 200 km am Stuart Highway in Richtung Norden - erster Stopp Spuds Roadhouse in Pimba, wo wir das Gefühl haben, der Wind bläst uns um und somit schnell weiterfahren. Ich hätte gerne in Woomera stopp gemacht und dachte, Angas hätte sicher auch seine Freude im „Raketenmuseum". Shane drängte allerdings zur Weiterfahrt in der Hoffnung dem Regen und dem Wind zu entwischen. Er hatte schon Recht damit!!!!
Woomera ist eine Stadt im australischen Bundesstaat South Australia. Der Ort lag bis ins Jahr 1982 im Sperrgebiet Woomera Prohibited Area (WPA) und war entsprechend nur mit Genehmigung zu erreichen. Seit 1947 befindet sich in der Nähe von Woomera ein Raketenstartplatz. Er wurde neben dem Start zahlreicher Höhenforschungsraketen auch für die (vergeblichen) Startversuche der Europa-Rakete in den 1960er Jahren benutzt.
Der Name des Ortes stammt von der gleichnamigen Waffe der Aborigine (Woomera), einem Wurfspeer mit Schleudervorrichtung.
In den 1960er Jahren, vor der Öffnung des Sperrgebietes, hatte der Ort bis zu 6.000 Einwohner, nach der Öffnung des Sperrgebiets ging die Zahl der Einwohner zeitweise auf unter 200 zurück, heute liegt die Einwohnerzahl bei etwa 300 Einwohnern. Seit der offiziellen Aufhebung des Sperrgebiets 1982 ist Woomera offen zugänglich, einzelne Anlagen sind aber bis heute in Betrieb. Die wichtigste Einnahmequelle ist heute der Tourismus, nachdem die Aktivitäten im WPA zurückgingen. Die meisten Touristen kommen, um die Anlagen der WPA zu besichtigen. Das Sperrgebiete in diesem Teil Australiens „Woomera Prohibited Area!" (WPA) gibt es noch immer …. Und ein Flüchtlingslager ist hier auch in Woomera angesiedelt!!!!!
Somit war unser nächstes Ziel Roxby Downs, mit Bibliothek, Computer…..denn vielleicht hatte ich schon ein paar Antworten….und wer weiß wann ich wieder zu einem Internet - Zugang komme????
Endlich…..die Sonne lacht, der Himmel ist blau und das Wetter verspricht besser zu werden. Auch die Nacht war angenehm…..wenngleich wir noch immer mit Rollkragenpullover, Pullover und Jacke unterwegs sind. Bei unserem Nachlager vor Roxby Downs haben wir auf unserem Lagerspaziergang viele „headstones" - geschliffene Steine /Speerspitzen an einem Lagerplatz gefunden…..muss mal ein aboriginal Sammelplatz gewesen sein!!!!!

Als wir am Vormittag in Roxby Downs einfuhren erinnerte ich mich sofort wieder an diese künstlich angelegte Stadt. 1995 sah ich hier das erste mal, wie viele Leute am Campingplatz wohnen, nicht nur als Urlauber sondern mit festem Wohnsitz - und das ist noch immer so, obwohl die Stadt scheints gewachsen ist. Roxby Downs mit cirka 4.300 Einwohnern ist Wohn- und Verwaltungsort für die Arbeiter der „Olympic Dam" Mine. Olympic Dam ist mit über 4.000 t Uranium - Produktion die zweitgrößte Uran-Mine Australiens, 2005 von BHP Billiton für 9,2 Milliarden australische Dollar von Western Mining (WMC) übernommen. (BHP Billiton ist ein australisch-britischer Rohstoffkonzern und gehört mit Vale und Rio Tinto Group zu den drei weltgrößten Abbauunternehmen.)
In Roxby Downs selbst merkt man nichts von der riesigen Mine, die ca. 20 km außerhalb der Stadt liegt. In Olympic Dam wurde 1988 mit kommerziellem Abbau von Kupfer begonnen. Wichtigster geförderter Rohstoff heute ist Uran. Die Ausmaße sind gigantisch, wenn du dich diesem Moloch näherst und der südliche Teil der Mine soll noch erweitert werden. Im Rahmen dieser Erweiterung soll eine Wasserentsalzungsanlage im 300 km südlich gelegenen Port Augusta gebaut werden, um die derzeitige Versorgung aus fossilen Wasser zu ersetzen. Wir waren weiter über die Borefield Road unterwegs, um nach ca. 200 km auf den Oodnadatta track bei Bopeeche ruins zu stoßen. Entlang dieser Straße, die sehr gut ausgebaut und gewartet ist verläuft eine Wasserpipeline. Olympic Dam braucht Unmengen an fossilem Wasser welches zum Teil von den Stations am Birdsville Track (die von BHP aufgekauft wurden) herangebracht wird, mit Pumpstationen etc. entlang des Tracks.
Überraschend das Projekt zum Artenschutz unweit von Olympic Dam. Ein eingezäuntes Gebiet zum Schutz endemischer Arten (Bilby, Bandicoot,…..) die dank des europäischen Einflusses zum Teil vom Aussterben bedroht sind. Für mich etwas surreal dieses Projekt neben dieser riesigen Mine anzulegen, die sicher mit ihrem Wasserverbrauch und und und höchsten Einfluss auf die Natur hat…..doch ich bin mir sicher es gab gute Fördermittel für dieses Projekt.

Bald passieren wir den „Dog Fence" oder Dingo Zaun, eine Barriere, die in Australien während der 1880er gebaut wurde. Ziel war es, die Dingos von den süd-östlichen Gebieten Australiens fernzuhalten und so die Schafe zu schützen. Er ist eines der längsten Bauwerke und der längste Zaun der Welt (5.320 km …. eine Tafel unweit Coober Pedys sagt - 9.200 km).
Ich wollte es nie für Möglich halten, aber dieser Zaun zeigt noch immer seine Wirkung. Sobald du nördlich des Zaunes bist, ist es üblich, Dingos in der Nacht zu hören. Manchmal kommen sie auch ins Camp, meist sind sie aus der Ferne zu hören. Hat sicher auch damit zu tun, wie sehr sie an Menschen gewöhnt sind.

Am Oodandatta Track selbst (übrigens die Straße entlang der alten Bahnlinie der Ghan, am Rande des artesischen Beckens von Marree nach Marla, cirka 620 km und eine viel befahrene Outback Straße in gutem Zustand!) war unser erster Stopp das südliche Ufer des Lake Eyers wo uns die Menge an Touristen erstaunten. Entlang des Tracks sind noch zahlreiche Ruinen und alte Stationen der Haltestellen der Ghan zu besichtigen.
Coward Springs sollte der nächste erfrischende Stopp werden. Curdimurka haben wir diesmal ausgelassen, die legendäre Stätte des „Outback Balls", der leider wegen zu hoher Versicherungskosten nicht mehr abgehalten wird. Es tanzten und feierten hier bis zu 5.000 Menschen….im Outback = Öde, Wildnis. Curdimurka ruins sind echte Ruinen. Eine verfallene Bahnstation, overhead tank, ein paar alte Schienen und Schwelen; keine Toilette, kein Wasser (außer des Nahen Damms) …. Unwahrscheinlich wie hier so viele Menschen feiern konnten. Eine Herausforderung der Logistik. That's Australia.

Die alte Ghanstrecke, eine Schmalspurbahn (später teilweise umgespurt) verlief ursprünglich von Port Augusta über die Flinders Ranges nach Marree (erstmals 1887 erreicht) und weiter nach Oodnadatta welches von 1890 bis 1929 Endstation der Ghan war, die im August 1929 erstmals Alice Springs erreichte! Die neue Ghanstrecke, mit neuer Streckenführung erreichte 1980 Alice Springs und machte die alte Ghanlinie zur Geschichte. Heute führt die neue Strecke bis Darwin.
Die alte Ghanbahnlinie verlief entlang des artesischen Beckens, wo natürliche Quellen Wasserversorger für die Dampfloks waren. In riesigen Entsalzungsanlagen wurde das Wasser welches natürliche Salze und Mineralien enthielt destilliert um für die Loks brauchbar zu machen.
Viele Tanks (= „overhead tanks") - die in England angefertigt wurden (… wie auch alle anderen Stahlteile der Bahn direkt aus England geliefert wurden) … und per Schiff nach Australien geliefert um dann zusammengeschweißt wurden …. sind noch erhalten bzw. stehen als dahinsiechende Zeugen der Geschichte entlang des Oodnatatta Tracks Unser erster Stopp am Oodna Track war Coward Springs wo wir das heiße Becken für ein Bad nutzten, das gleichzeitig unsere „Dusche" war. (Es war an der Zeit nach einer Woche!!!!) Das Wasser war herrlich weich und warm, das Becken ist zwar relativ klein - eingezäunt von vier Eisenbahnschwellen - aber es war ein Genuss ins Wasser einzutauchen! Angas wollte, so wie oft, nicht hinein ins Wasser und dann war er kaum herauszubringen. Aber wir mussten weiter. Es war bereits 15.00 Uhr …. Und „deadline" für das Auffinden eines ordentliches Lagerplatzes war 17.00 Uhr - Sonnenuntergang 18.00 Uhr - bis dahin musste alles fertig sein. Übrigens - Coward Springs, in Privatbesitz, hat einen echten Buschcampingplatz, den ich bereits 1995 kennen lernte….und ich glaube seither hat sich nicht viel geändert. Weit verzweigte Stellplätze und BBQ Möglichkeiten, Dusche mit „donkey" (mit Holz zu befeuern für Heißwasser), septische Plumpsklos, alte Bahnstationsgebäude, welches heute zum Teil Wohnhaus ist und Kamele…..Kamele……die für touristische Zwecke verwendet werden. Vorbei an Mound Springs und Bubbler stoppen wir bei den Ruinen von Beresford (auf Anna Creek Station), relativ gut erhalten, allerdings ohne Fenster und Türen, großer Overhead Tank, bei dem eine ganze Wand fehlt, einem „Flowing Bore" ( = natürliches Bohrloch, jetzt bereits mit Kappe versehen, sodass das natürlich austretende Wasser nicht einfach im Boden versiegt!) und einem Damm. Es ist 16.00 Uhr und der Platz ladet zum Übernachten ein. Er ist weitläufig mit genügend Holz. Spuren anderer Camper sind zu sehen und ein Lagerplatz in etwa 500 m Entfernung ist von anderen Campern aufgeschlagen.
Angas freut sich auf das Nachtlager und wir haben bis zum Sonnenuntergang alles fertig, und kochen am Feuer. Zu Sonnenuntergang machen wir noch einen Spaziergang zum Wasser, wo auch Wildenten sind. Angas ist sichtlich enttäuscht, dass diese nicht zum Füttern kommen, so wie die Enten in Peterborough, aber er akzeptiert die Erklärung, dass dies wilde Tiere sind und meint nur „Shoot it with the gun."
Es gesellten sich eine Menge Camper ein, hier in Beresford und während der Nacht auch einige Dingos.
Wir blieben an diesem Platz fünf Nächte, denn von hier aus konnten wir einiges unternehmen. Die Entfernungen zu einigen Oodna Track Highlights waren nicht zu groß und es ist einfach angenehm, wenn du nicht jeden Tag wieder alles einpacken musst, am Abend Lagerplatz suchst, Holz etc. Beresford bot alles.
Erkundung der Umgebung war angesagt. Ziemlich öd und trocken hier. Steinwüste mit tracks, alten knorrigen Bäumen, Duft von Eukalyptus in der Luft, Resten der alten Bahnlinie, „cattle" (Rinder) manchmal lebend grasend, oft verwest und als Knochenhaufen am Boden. Zeugen der langen australischen Trockenheit und Dürre, die den Farmern ordentlich zu schaffen macht. Anna Creek ist übrigens die größte Rinderfarm der Welt mit der Größe der Schweiz oder Belgien oder 1/3 von Österreich. Ca. 30.000 km2, mit seinen Outstations 45.000 km2 . In normal regennassen Zeiten (Winterregen ist besonders geschätzt, da dieser die Wüste erblühen lässt mit besonders gutem Futter für die Tiere!) rechnen die australischen Farmer 1 km2 pro Tier. Die Tiere werden dann auf „paddocks" (vgl. große Weideplätze) gehalten und je nach Zustand der Weide von einem Platz auf den anderen verfrachtet. Daher oberste Regel im australischen Outback: „Wenn du zu einem „gate" (Gatter) kommst, und dieses ist geschlossen, schließe es wieder nach der Durchfahrt. Ist das Gatter offen, lass es offen!!!
Anna Creek Station ist eine der Farmen der Kidman Holding (insgesamt 14 stations mit 120.000 km2 in drei Staaten Australiens). Derzeit, aufgrund der Trockenheit hat Anna Creek einen Bestand von ca. 3.000 Rindern, an Stelle von normalerweise rund 16.000 Stück.
Über die Straße von Beresford entdecken wir die Reste einer alten „telegraph station", auf keiner Karte eingezeichnet.
Unser erster Ausflug führt nach William Creek, ca. 50 km, zwischen Marree und Oodnadatta, bekannt für sein legendäres Outback Hotel. „WC" (wie es auf den Entfernungsschildern für William Creek heißt) ist die kleinste Stadt Südaustraliens mit 12 Einwohnern. Die letzten Monate hat „WC" einen Besucherboom verzeichnet. Wie ich in meinem letzten Lebensbericht geschrieben habe gab es ein Naturschauspiel am Lake Eyre, Depression minus 12m, tiefster Punkt Australiens. Ein Salzsee von ungewöhnlichen Ausmaßen (rund 9.5000 km2, ungefähr die Größe von Kärnten) der, wenn überflutet, der größte See Australiens ist. Dank der anhaltenden Regenfälle in Queensland zu Beginn des Jahres bahnte sich dieses Wasser den Weg durch zahlreiche ausgetrockneten Flussläufe des Lake Eyre Basins ins Land hinein und versiegte heuer nicht, wie in so vielen Jahren sondern hatte Kraft und Menge genug bis zum riesigen Innlandsee vorzudringen. Wie auf Kommando gibt es dann ein Naturschauspiel, das ich 2000 schon verpasst hatte (das war die letzte Überflutung von Lake Eyre). Tausende Wildvögel kommen zum Nisten, besonders am Lake Eyre North. In erster Linie sind es Pelikane neben Reihern und diversen Enten etc. Vom Boden aus ist dieses Spektakel nicht wirklich zu sehen. Eine Dokumentation im Fernsehen war atemberaubend….und somit sollten wir auch einen Versuch machen. William Creek ist Ausgangspunkt von Flügen über Lake Eyre. Ich muss allerdings feststellen…..wir sind nicht geflogen…..denn die Brutzeit der Vögel war vorbei, die meisten Pelikane waren abgeflogen und somit ist die Faszination der Flug über Lake Eyre dahin. Ich habe diesen 2000 gemacht….und wollte somit das Geld für etwas anderes nutzen. Ein angebotener Helikopter Flug lachte mich und Angas an. Leider war der Hubschrauber („Schabba" - wie Angas sagt, der sich sehr oft in einen „Schabba Pilot" verwandelt!) auf Reparatur in Alice Springs. Statt der Vögel waren genug Fliegen in William Creek und Angas wusste bereits den ganzen Weg dass er endlich wieder eine „ice cream" bekommt!!!! Neben diesem „special treat" (in Endeffekt bekam er ein Eis von Papa, eines von mir und er aß auch noch meines auf; also drei ice creams auf einmal!). Was ihn noch besonders fasziniert hatte waren die vielen Flugzeuge die aufstiegen und landeten. Um die Mittagszeit zählten wir 10 kleine Maschinen am Boden, und der Flugverkehr war wie auf einem Bahnhof der Zugsverkehr. Für mich faszinierend zusehen wie jedes Flugzeug Schreie der Begeisterung und des Jubels hervorrief. Kinder sehen die Welt so schön einfach. An Ermangelung eines Spielplatzes funktionierte Angas einfach die schräg gestellte Erinnerungstafel an Richard (Dick) Nunn (verstorbener Station Manager auf Anna Creek) in eine Rutsche um.
Wir genossen den Ausflug und waren neugierig, ob wie wohl auch den Kamelzug der von William Creek nach Melbourne unterwegs ist treffen werden. Zwei Erwachsene, 8 Kamele ….. um Geld für (???? habe ich vergessen!!!!) aufzubringen. „Fund Raising" ist sehr beliebt in vielen Bereichen hier in Australien. Doch auf unserer Rückfahrt zum Camp verpassen wir sie gerade. Wir sehen den Track am Horizont nahe der Strangways Ruins der Bahnlinie (wo nichts außer ein paar Tafeln übrig ist) verschwinden. Kamelfladen zeugen davon, dass die Karawane hier campierte. Dafür entdecken wir bei unserem Stopp die Zufahrt zu Strangways Springs. Eine kleine „Siedlung", längst aufgelassen, gut beschildert, mitten in der Wüste mit noch gut erhaltenen Ruinen und Gebäuderesten und einem ganz erhaltenen „buttressed watertank" (ein mit Stützpfeilern erbauter Tank für Regenwasser). Diese Siedlung hier wurde als Basis für die Overland Talegraphline gebaut, die in diesem Gebiet einen ähnlichen Verlauf wie die Ghanlinie nahm. Denn immerhin brauchte die Leute die arbeiteten auch Wasser, und die Siedlung wurde um natürliche „Mound Springs" angelegt, das immerwährendes sprudelndes Wasser versprach….heute: sind diese Mound Springs zum Teil versiegt!
Die transaustralische Telegrafenleitung (Australian Overland Telegraph Line) war eine 3.200 km lange Telegrafenlinie, die ab 1872 Port Augusta in Südaustralien mit Darwin an der australischen Nordküste verband und von hier mit Unterseekabeln erstmals die telegrafische Verbindung nach Niederländisch Indien (Indonesien) und Europa ermöglichte. Eine übermittelte Nachricht von Adealaide nach Darwin benötigte 1872 neun Tage. Die Nachrichten wurden von einer Telegraphenstation zur nächsten händisch gemorst. Ich habe eine Demonstration im Vorjahr in Alice Springs gesehen….interessant!
Nach dem Bau der Ghanlinie wurde der Verlauf der Telegraph Linie verlegt und Strangways Morsestation wurde nach William Creek verlegt. Wenige Reste sind heute von der Originalen Telegraphline übrig. Auf der Fahrt zwischen Strangways und William Creek steht noch je ein originaler Holz- und Eisenmast (galvanisierter Oppenheimer Mast.)
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