Wir waren noch vor Sonnenuntergang zurück im Lager in Beresford, freuten uns alle auf ein Feuer und yummy food. Es ist auch herrlich zu beobachten, wie sich Angas wohl fühlt. Kinder zum Spielen haben wir hier keine, aber er findet sich immer etwas. Heute hatte er z.B. diesen schönen grünen Käfer der ihn von Strangways Springs bis zum Camp begleitete, und wenn wir am Abend unser Camplicht (kleine Lampe an der Autobatterie) an haben, da kommen immer Nachtfalter. Diese zu fangen ist eine große Herausforderung!
Während des Tages hat er auch genug zu spielen. Nicht dass wir wirklich viel Spielzeug im kleinen Reisegepäck haben, genauso wie unsere Kleidungsstücke beschränkt sind auf eine große Reisetasche für alle drei. Wir finden viele Steine zum Spielen, mit denen er am liebsten kleine Pyramiden baut, wie die „midinen in Egypt" (Wie die Pyramiden in Ägypten….das sagt Angas, der sich gerne an unsere Ägyptenreise erinnert.) Deren sehen wir entlang des Weges so und so genug, „cairns" genannt … sicher zum Teil als Orientierungshilfe aufgebaut. Der Wasserdamm ladet zum Spazierengehen ein, Steine werfen, imaginäres Fischen, und einmal nahm er auch den Hund meiner Mutter, Anja, zum (imaginären) Spaziergang mit. Kleine Echsen, Spinnen, Würmer und dgl. sind immer beliebte Objekte zu beobachten. Dabei hat er in Beresford gelernt, dass er nicht mit all diesen Tieren spielen darf. Es waren um das Camp einige „Itchiy Grubs", die Juckreize verursachen. Angas hat scheints mit einer gespielt und als Folge einen Tag lang ein geschwollenes und entzündetes Auge gehabt. Er weiß heute noch, dass er mit der „laupe nimsat" ( = Raupe Nimmersatt) nicht spielen darf, „Only watch!" Und außerdem hat er seine „Gemüseleute". Ein paar kleine „Little People" Fahrzeuge und Figuren. In Red Gum haben wir damit Obststand gespielt, weil einer dabei ist. Angas hat fünf Figuren ….. und die Fahrzeuge dazu. Angas, Mami und Papi, Grumpy und Grandma (die von Angas Grandpa genannt wird = Shanes Eltern) mit denen er sehr gerne spielt und sie am Abend im Sand auch schlafen legt. Und so ist immer etwas zu tun.

Auch für mich bergen das Camp und der Busch noch immer den Zauber wie vor vielen Jahren. Ich liebe nach wie vor die Weiter, die Einsamkeit, die vielen kleinen Überraschungen am Weg, manchmal ein Plausch mit anderen Campern. Aber normalerweise sind einfach wir drei irgendwo - und niemand im Umkreis der nächsten Kilometer. Der schönste Teil ist sicher die Zeit des Sonnenunterganges und das Farbenspiel. Die untergehende Sonne malt warme rote Lichteffekte in den Sand und berührt dein Herz. Wenn du Glück hast und der Himmel spielt alle Sonnenfarben in den Wolken dann ist das ein besonderes Geschenk. Die hellblauen, rosa und violetten Töne der gegenüberliegenden Seite verschwinden dann und die Nacht bricht herein. Besonders schön sind die Nächte mit Neumond oder kleinen Mondsicheln, denn dann ist der Sternenhimmel noch faszinierender als er so und so ist. Die Milchstraße ladet mich dann ein, einfach hinaufzuspazieren in die Weiten des Universums. Und wenn du in der Nacht munter wirst fällt es mir oft schwer wieder einzuschlafen, denn es ist spannend zu beobachten, wie sich die Sterne und der Mond scheinbar bewegen (denn ist ja immer noch die Erde die sich dreht!). Ich kann mich noch gut an die Nacht vom 19. auf den 20. Juni erinnern, als ich einfach nicht einschlafen konnte, weil so viele Sternschnuppen ihr Ende am Firmament fanden ….. wie ein regelrechter „Sternenregen"!
Dann der Morgen, mit seinen Farben vor Sonnenaufgang, dann die erneute Kälte kurz vor Sonnenaufgang, die frischen Rottöne wenn die Sonne sich zeigt, und endlich wieder Wärme.
Wir haben übrigens noch immer lange T-Shirts an, keine Rollkragenpullover und nur gelegentlich eine Jacke zu Sonnenaufgang und am Feuer. Die Klänge der Vögel habe ich voller Begeisterung ob der Farben ganz vergessen. Ein Jubelkonzert zum Schlafengehen und ein erfreutes Zwitschern am Morgen - Herz, was willst du mehr!
Wir genießen unsere Tage in Beresford, die mit einem nochmaligen Bad in Coward Springs und mit einem Besuch der Mound Springs und von Bubbler gekrönt sind. Ich kann mich erinnern, dass 1995 mehr Schilf zu sehen war, „Bubbler" größere Blasen gemacht hat, aber immerhin sind hier im Wabma Kadabu Conservation Park noch Quellen etc. …. Mound Springs sind regelrechte natürliche Quellen am Hügel austretend. Bei diesem Besuch haben wir übrigens endlich auch die Karawene gesehen ….. wie sie gemächlichen Schrittes voranging.
Unsere Reise führte uns am Sonntag, 21.6.2009 nochmals nach William Creek - Angas weiß genau dass es hier eine ice-cream gibt. Wäre der Helikopter von der Reparatur zurück, würde ich über Lake Eyre fliegen, da er noch nicht da ist…..muss ich auf ein anderes Jahr warten….bis Angas größer ist!
Den Abend des kürzesten Tages auf der südlichen Hemisphäre verbringen wir ca. 50 km vor Coober Pedy auf der William Creek Road in einem Creek mit nahem Damm, vielen Paddy Melons und „Busch Gurken" (die absolut bitter schmecken), einem riesigen Baumstamm der uns Feuer für drei Nächte gäbe. Aber wir sind unterwegs nach Coober Pedy zum Duschen, Wäsche waschen, emails abrufen, einkaufen, auftanken, wieder mal in einem Bett schlafen, Nachrichten zu hören, ….. ja und Angas wird hier schon sehnsüchtig erwartet. Immerhin hat Shane viele Jahre seines Lebens auf Stations in der Umgebung gearbeitet und noch immer Freunde und Aboriginal Bekannte in Coober Pedy, der Opalhauptstadt der Welt. Und gerade seine aboriginal Freunde freuen sich auf Angas!
Wir genießen unsere Stadttage, Coober Pedy hat immerhin 3.500 Einwohner und freuen uns gleichzeitig auf eine Weiterreise.
Ursprünglich wollten wir in Richtung Westen…..das haben wir abgeblasen. Neues Ziel, Finke - über Dalhousie Springs und Mt Dare. Diese Route führt uns hinaus aus Coober Pedy, mit seiner Mondlandschaft, der Abraumhügel des Opal Abbaues in Richtung „Moon Plains" und nach Oodnadatta. Als wir ca. 5 km außerhalb von Coober Pedy wieder die dirt road erreichen schreit Angas voll Begeisterung: „Make a camp. Make a fire. Cook in the fire. Sleep in the swag. Plenty of wood there."

Der erste Tag unser Fahrt bring uns nach Oodnadatta, 200 km von Coober Pedy entfernt , eine historische Siedllung an der alten Ghanlinie mit einem hohen Anteil an aboriginal people, einstige Missionsstation, dem legendärem Pink Roadhouse von Adam und Lynnie Plate und ihren rosa Tafeln entlang des Oodnadatta Tracks und wir fahren noch 50 km in Richtung Süden zur Algebuckina Bridge am Neales Creek, wo wir nach Besichtigung der monströsen Bahnbrücke unser Lager aufschlagen. Shane hat viele Geschichten aus seiner Jugend in dieser Gegend zu erzählen und die Landschaft ist atemberaubend. Ich dachte, die „Breakaways" unweit von Coober Pedy sind die einzigen Zeugen des einstigen Randes des Meeresbeckens, aber diese farbenfrohen Konstellationen sind hier überall und geben der Landschaft einen besonderen Zauber. Bartons Gap ist faszinierend und am Morgen sind wir bald wieder in Oodnadatta, dem trockensten und heißestem Ort in Südaustralien. Das alte Bahnmuseum ist einen Besuch wert, denn immerhin war Oodna lange Zeit Endstation der Bahn (bis 1929 - als die Linie weiter bis Alice Springs eröffnet wurde.)
Weiter geht die Fahrt über Fogartys Claypan, der größten in Australien, über die Sandhügeln von Hamilton Station, wo die Straße wie eine Hochschaubahn über die Sanddünen verläuft und Angas mit ausgebreiteten Armen ein Flugzeug nachahmt und fliegt und lacht und singt und Geschichten erzählt. Bei Hamilton Station, der entlegensten Rinderfarm Australiens, zweigen wir auf die Straße in Richtung Pedirka Ruins ab, um Dalhousie Springs zu besuchen. Pedirka ist ein kurzer Stopp wie viele entlang der alten Bahnlinie mit ein paar Ruinen - vorgefertigte Betonplatten Behausung, Tanks etc. Wir übernachten hier am Creek in der Nähe eines Teiches, der uns ein paar Gelsen in der Nacht beschert, gleichzeitig auch eine große Population an Vögel mit ihren Gesängen und Geschnatter am Abend und am Morgen. Es ist hier, wo ich eine Feder der Stoßdämpfer des Trailers zu Schanden fahre, da wir regelrecht über Stock und Stein fahren. Die „Straße" nach Dalhousie ist „rough". Für die rund 50 km brauchen wir 3 Stunden, das Zeichen „drive carefully" (versehen mit einem Totenkof) ist nicht umsonst aufgestellt, dafür ist die Belohnung in Dalhousie umso schöner. Ein Teich, heiße Quelle, ladet ein zum Baden….und wir drei suhlen rund drei Stunden im Wasser….mit vielen anderen Besuchern, die Teils über die Simpson Desert aus Birdsville kommen. Unter anderem war an diesem Tack ein Tross von KTM Fanatikern hier. Wir entschließen uns, abseits des Lagerplatzes zu übernachten, dieser ist ziemlich überfüllt und finden einen netten Creek, ohne vorher zu ahnen, dass uns in der Nacht hunderte von kleinen Ameisen besuchen werden - aber wir haben auch diese Nacht, wenn auch mit wenig Schlaf, gut überstanden.
Der nächste Tag führt uns nach Mt. Dare, dem entlegensten Hotel und Pub in Australien, noch immer im Witjira Nationalpark und neu und groß ausgebaut. Wer immer hierher kommt, macht auch hier Rast … denn es ist ein weiter Weg von hier nach Birdsville, durch die Simpson Desert (rund 350km), Oodnadatta (rund 230 km), Kulgera am Stuart Highway (rund 250 km)…es heißt nicht zu unrecht „Reisende willkommen!".
Angas freut sich auf sein Eis, kann mit dem Dreirad der kleinen Tochter von Dave und Melissa Cox fahren, findet andere Kinder zum Spielen und ist selig. Unsere weitere Reise führt uns nach Charlotte Waters, einer einstigen Morsestation an der Telegraphline, heute Aboriginal Freehold Land der Coombs Familie ca. 80 km süd-östlich von Finke. Zwischen Mt. Dare und Charlotte Waters passieren wir die Grenze zum Northern Territory, die entlang der Grenze des Wiltjira National Parks verläuft. National Park auf der einen Seite in Südaustralien, Weideland auf der anderen Seite im Nordterritorium, auf New Crown Station. Eindeutig zu sehen am Gras- bzw. Salzbuschbestand. Charlotte Waters ist unser nächster Stopp wo wir wieder fünf Nächte bleiben werden. Plan ist es, hier ein Haus der Coombs Familie zu bewohnen, die ihren Wohnsitz in Finke haben …. aber auch viel Zeit am Homeland in Charlotte Waters verbringen. Als wir uns dieses homeland ansehen glaube ich wieder einmal, im falschen Film zu sein. Vier Häuser, Windstromanlage, Solaraggregat, Wassertank, Spielplatz ….. alles hier …. In the middle of nowhere, vier Hunde und ein paar junge Welpen, eine Katze, unzählige Autowracks und die Häuser so verlassen, dass ich einerseits das Gefühl habe, jede Minute kommt wer zurück und andererseits wirkt die gesamt Anlage nach großer Flucht. Gebrauchtes Geschirr im Waschbecken, Decken an der Wäscheleine, …… unbeschreiblich für uns ….. Hundedreck,…..Es ist mir unverständlich, wieso jemand sein zu Hause so zurück lässt. Doch da ist auch die Stimme in mir, die sagt, es ist auch unverständlich wie die Regierung mit dem Problem umgeht. Oft habe ich das Gefühl, dass die Situation nur schlimmer wird. Im TV (welches wir auf unserer Reise allerdings nicht hatten, außer bei kurzen Pubstopps, sodass wir z.B. in Oodnadatta gesehen haben, dass Michael Jackson gestorben ist!) ist immer wieder zu sehen, wie schrecklich die Wohnsituation in den Aboriginal Communities ist. Gleichzeitig kann ich nur sagen, wie schrecklich es ist, wenn neue Häuser einfach in kürzester Zeit „abgewohnt bis unbewohnbar" sind …. Und im TV Berichte laufen, die zeigen, wie desolat die Lebensumstände in vielen communities sind (was stimmt) und wie notwenig neue Häuser sind (was ich zum Teil bezweifle - und was zum Teil doch stimmt). „Die Katze beißt sich in den Schwanz!"
Im Moment sind wir drei jedenfalls Darsteller in einem Film, so fühle ich mich. Angas freut sich über den Spielplatz von dem noch einige Sachen verwendbar sind….die Schaukeln sind es nicht mehr. Er findet auch einige trucks und diverse andere Spielsachen und ist zumindest happy. Als dann die Katze noch zum „Schmusen" kommt ist es für ihn klar, dass es ihm hier gefällt. Ich glaube nicht, dass die Unordnung und der Schmutz ihn sehr stören. Shane - der in den vergangen Jahren viel gesehen hat - meint auch nur lapidar, „The houses are not cockroach infected. We clean the rest with desinfectant and everything is okay. "(Die Häuser sind nicht von Küchenschaben infiziert. Wir reinigen den Rest mit Desinfektionmsmitteln und alles ist okay. ) Mir war nicht ganz wohl dabei …. Außerdem wollte ich mich auch nicht putzen sehen. In Anbetracht der Tatsache, dass Shane allerdings länger hier bleiben wollte, die einzige Möglichkeit. Ich habe ihn jedoch überredet für diese Nacht am nahen Creek am Feuer zu schlafen, am nächsten Morgen nach Finke zu fahren …. Und dann zu entscheiden. Der Regenwassertank war voll und die Solarstromanlage funktionierte ebenfalls, somit konnten wir unsere transportable Tiefkühlbox anhängen. All okay….und wir genossen eine weitere Nacht im Freien, mit Sonnenuntergang, Kühen, unzähligen Sternen, Dingos und einem riesigen Feuer. Angas beklagte sich am Abend dass ihm sein „Wi Wi" schmerzte, ein weiterer Grund am nächsten Morgen nach Finke zu fahren, wo die Coombs Familie derzeit auf einem „sorry camp" weilt, cirka 6 Wochen singen, sitzen und tanzen und trauern, bis zum Abschluss in der „opening ceremony" der Geist des Toten freigelassen wird. 60 km nach Finke durch die Wüster, die von einem aufkommenden Sandsturm bald verschluckt wird und in und um Finke dann nur mehr Sand ist. Wir haben einiges zu erledigen …. Es ist der 30.6.2009, Ende des australischen Finanzjahres…..der Store ist wegen Inventars geschlossen (wir brauchen ein paar Putzmittel!). Wir hoffen, dass er am Nachmittag wieder geöffnet ist. Bei einem kurzen Besuch am „Sorry camp" feilscht Shane über unsere Möglichkeit in Charlotte Waters zu bleiben. Geht okay. Besuch des Spitals - alles okay sagt die Schwester, gibt uns eine Creme und meint Angas hatte eine kleine Infektion. Da sein Penisloch sehr klein ist, kann er diese einfach bekommen. …. Doch dazu gibt es dann einige Wochen später in Coober Pedy noch eine andere Erklärung, die ich jetzt sofort zwecks Vollständigkeit der Geschichte einbringen will. In Coober Pedy besuchten wie Umoona Health Service und Shane sprach mit einem der Aboriginal Heiler dort. Und seine Erklärung ist etwas anders als die der westlichen Medizin. Nachdem Angas Aborigine ist muss er wenn er in Teichen (waterholes, springs) badet um Erlaubnis bitten, und einen Stein ins Wasser werfen, warten bis dieser konzentrische Kreise an der Wasseroberfläche frei lässt und kann erst dann ins Wasser. (Ich habe mich dieses Rituals erinnert in Dalhousie, allerdings erst als Angas längst im Wasser war!). Noch dazu lebt am Grunde der Dalhousie Springs eine Schlange, und nachdem Angas Totem ebenfalls eine Schlange ist, könnten diese zwei Wesen einander beeinflusst haben und so die hervorgerufene Infektion beim Eindringling. Einzige Hilfe dagegen ist es, den Nungri (Heiler) in Finke aufzusuchen, sodass dieser die (geistige) Veränderung wieder rückgängig machen kann und keine Gefahr mehr für Angas besteht. Bis heute noch nicht geschehen, aber wir werden diesen Schritt sicher gehen. …. Soweit bereits ein Ausflug in den nächsten Bericht. …. Und ich kann mich auch noch gut erinnern, wie intensiv sich Angas in Dalhousie von den heißen Quellen verabschiedet hatte. Er zelebrierte ein regelrechtes Ritual, tanzte, winkte und schickte Küsse an die Quelle - oder waren diese für die darin wohnende Schlange gedacht?

Wir drei sind in Finke, trinken einen Kaffee/Tee bei Russel, der hier für Wasser und Strom zuständig ist, sind der Polizeipräsenz seit der Intervention uns bewusst und erleben auch noch ein geöffnetes Geschäft.
Zwischendurch noch ein Abstecher nach Beans Creek Homestead, das etwas sauberer ist als Charlotte Waters, noch immer mit Christbaumkugeln und künstlichen Tannenzweigen geschmückt. Auch hier könnten wir leben ….. nur 5 km entfernt von Finke. Hätte den Vorteil, dass Angas in den Kindergarten gehen kann, dass wir ein Telefon in Reichweite haben ….. aber Shane hat sich ganz anders entschlossen. Ich war mir anfangs nicht sicher, ob ich das auch so will….. aber ein Plausch mitten in Finke …. .hat auch mich davon überzeugt, dass …. wir einen ganz anderen Weg einschlagen. Shane ruft von Finke aus einen Wohnungsmakler in Coober Pedy an, aktiviert ein paar Freunde um Bett, Sessel, Tisch, Kühlschrank, TV,…. zu erstehen. Es ist Montag,296.2009 eine Woche später, am Montag, 6.7.2009 fahren wir drei in Coober Pedy ein und beziehen am Nachmittag ein „dugout" der für die nächsten Wochen oder Monate unser zu Hause sein soll.
Bis dahin genießen wir noch unsere mittlerweile warmen Buschnächte in Charlotte Waters, mit einem weiteren Ausflug nach Mt Dare und ein paar ruhigen Buschtagen, mit Buschdusche und viel Spaziergängen, lesen und spielen.
Für unsere Anreise nach Coober Pedy lassen wir uns Zeit. Es geht von hier zu den Abminga Ruins und zum Eringa Waterhole. Dazwischen liegt eine Strecke mit gelb-blühenden Sträuchern, selten hier in dieser Gegend. Eringa Waterhole lieg nahe des alten Homesteads und Tafeln erzählen über Sir Sydney Kidman, dem „Rinderbaron", der hier seine erste Farm aufbaute. Zurück nach Hamilton, über die Sandhills, die Angas heute als „Adler" mit wieder viel Jubelschreien erlebt und nach Oodnadatta. …. Und wieder mal auf um einen Camp-platz zu suchen. Nicht weit von Oodna übernachten wir. Der Mond hat heute einen riesigen Hof, ansonsten ist der Himmel bewölkt und wir hoffen, dass... es nicht regnet. Tut es nicht, es ist nur eigenartig, dass so gar keine Sterne zu sehen sind….und der Mond mit seinem großen Kreis das Firmament beherrscht. Eine kleine Geschichte wieder zu Angas. Nachdem er mittlerweile seit Wochen keine Nachtflasche hat, meinte er schon einige Male: „Angas is a big boy now. No more bottle. No more nappies. "Bis jetzt hatten wir uns nicht an das Wagnis getraut. Nachdem seine Nachtwindel die vergangenen zwei Nächte trocken war, wir bald in Coober Pedy im eigenen Haus sein werden (anbetracht eines nassen Swags) wagten wir hier in the middle of nowhere den ersten Versuch. Und alles ging gut, was bis zum heutigen Tag (bis auf einen kleinen Ausrutscher im Bett) so bleiben sollte. Auf dem letzten Fahrtstück nach Coober Pedy sollten wir unseren einzigen platten Reifen auf dieser Reise haben. Unser letztes Buschcamp ist unweit von Coober Pedy im Creek der unzähligen Fossile. Auch wir sollen einige versteinerte Holzteile und Fossile finden. Wir genießen das Feuer und die Sonne, das weiche Flussbett und die Nähe der Stadt. In der Nacht können wir bereits die Lichter von Coober Pedy sehen …. Und somit ging ein weiterer Teil unseres Lebens zu Ende. Ich hatte meine Buschkilometer gut gemeistert und seit Montag, 6.7.2009 leben wir in einem dugout in Coober Pedy - doch darüber im nächsten Bericht.
Es sei nur so viel verraten, dass wir uns hier sehr wohl fühlen. Es ist eine freundliche Stadt, wenn auch eine eigenartige Ansiedlung. Angas geht wieder in den Kindergarten, ich habe Arbeit gefunden und zu meinem Geburtstag habe ich erstmals gearbeitet …. Was dazu führte, dass ich gleich drei Tage gefeiert habe.

Also … es geht uns gut. Und doch denke ich schon an meine Heimreise. Am 13.9.2009 lande ich in Wien und am Donnerstag, 26. November 2009 wird es im Fuhrmannsaal in Tribuswinkel wieder einen persönlichen Bericht mit vielen neuen Bildern geben, diesmal mit Shane und Angas, denn sie kommen im November auch nach Österreich.

Ich hoffe, es geht euch allen gut und wir grüßen euch herzlichst aus Australien.

Maria, Shane und Angas

….P.S.: Hermagor - Kärnten, Schloss Möderndorf zeigt original Aboriginal Werke in Kombination zu einem Schulprojekt. Ist vielleicht noch eine Reise wert, geöffnet bis 15. August 2009 - und dabei ist sicher auch ein Besuch der Galerie Walker, Schloss Ebenau im Rosental schön.