Coober Pedy, 03/09/2009

Bericht vom 31.07.2009:
„Auf dem letzten Fahrtstück nach Coober Pedy (von Oodnadatta kommend) sollten wir unseren einzigen platten Reifen auf dieser Reise haben. Unser letztes Buschcamp ist unweit von Coober Pedy im Creek der unzähligen Fossile. Auch wir sollen einige versteinerte Holzteile und Fossile finden. Wir genießen das Feuer und die Sonne, das weiche Flussbett und die Nähe der Stadt. In der Nacht können wir bereits die Lichter von Coober Pedy sehen …. Und somit ging ein weiterer Teil unseres Lebens zu Ende. Ich hatte meine Buschkilometer gut gemeistert und seit Montag, 6.7.2009 leben wir in einem dugout in Coober Pedy - doch darüber im nächsten Bericht.
Es sei nur so viel verraten, dass wir uns hier sehr wohl fühlen. Es ist eine freundliche Stadt, wenn auch eine eigenartige Ansiedlung. Angas geht wieder in den Kindergarten, ich habe Arbeit gefunden und zu meinem Geburtstag habe ich erstmals gearbeitet …. Was dazu führte, dass ich gleich drei Tage gefeiert habe."

Am Montag, 6.7.2009 sind wir drei in Coober Pedy angekommen. Shane konnte dank einiger Freunde rasch eine Wohnung für uns finden. Wir haben einen „dugout" gemietet, eine Wohnung unter der Erde, in einen Hügel hineingebaut. „Kellerwohnung" würden wir vielleicht in Österreich sagen! Die ersten Minenarbeiter haben bald festgestellt, dass die Minen auch ideale Wohnplätze sind. Kühl im Sommer (und es kann bis zu 50° Celsius und mehr bekommen) angenehme warm im Winter, sodass diese Art des Wohnen über Jahrzehnte (Opale wurden erstmals 1915 gefunden - und seither versuchen Menschen hier ihr Glück) erhalten blieb. Die Eingänge liegen zumeist oberirdisch zur Straßenseite, und der eigentliche Wohnbereich in dahinterliegenden Erdhügeln. Eine typische Höhlenwohnung mit drei Schlafzimmern, Wohnzimmer, Küche und Bad kann für einen Preis erstellt werden, der ungefähr mit dem eines oberirdischen Hauses vergleichbar ist. Dugouts haben eine angenehme und gleich bleibende Temperatur. Wir wohnen seither in einem dugout mit Küche und Essplatz, Bad, WC, Wohnzimmer und zwei Schlafzimmern. Die ersten Nächte hier schliefen wir fest bis in den Morgen, zumal es im Schlafzimmer stockfinster ist und kein Straßenlärm in die hinteren Räume der Wohnung dringt. Eine neue Erfahrung, die uns allen gut tat und Angas und seine bereits gefundenen Freunde - Nachbarstocher Bonnie mit Freundin Katja, sowie Patrick, der Sohn einer Aboriginal Freundin lieben die Tatsache, dass sie im Kreis - durch Angas Zimmer, Bad, Essplatz und Wohnzimmer - nachlaufen spielen können. Der dugout war nicht eingerichtet (außer der Küche!), aber innerhalb weniger Tage hatten wir die notwendigen Stücke wie Kühlschrank, Tisch und Sessel, Betten, Couch und TV erstanden, und dabei eine echte Coober Pedy Institution kennengelernt. „Junky Monkey", Anja aus Kroatien, die seit über 40 Jahren in Coober Pedy lebt, ein Herz aus Gold hat und auf ihrem Anwesen Junk angesammelt hat, den sie dann verkauft - „Altwarentandler". So nebenbei verwöhnt sie Freunde, Kunden, und jeder der das gerne mag mit Kaffee und Kuchen, und für Angas hat sie eine Schüssel voller „gebackener Mäuse" (little donuts) gemacht, lecker! …. Und so begann unser Leben in Coober Pedy, der Opalhauptstadt der Welt. Eingebettet in eine Mondlandschaft, entstanden durch den Opalabbau, mit viel Geschichte und Geschichten ist diese Stadt im letzten Jahrhundert zu einem Zentrum des Opalabbaues geworden und lockte nach 1916 ehemalige Eisenbahnarbeiter und Soldaten an, nahm einen weiteren Aufschwung in den 60er Jahren mit Einwanderern aus aller Herren Länder Europas und ist heute Opal- und Tourismuszentrum. 42 Nationen sind hier ansässig, bei einer Einwohnerzahl von 3.500 Menschen. Coober Pedys Gesellschaft ist ein Mix aus Menschen aus verschiedenen Ländern, Kulturen und Religionen. So ist das Leben bunt und offen, mit Bräuchen aus der alten Heimat.
Angas und ich gehen sonntags in die katholische Kirche, diese war die erste unterirdische Kirche in Coober Pedy, errichtet 1967. Der hier ansässige Priester Pater O'Neal betreut in seiner Arbeit weite Outbackgebiete Südaustraliens bis nach Innaminka, Marre, Birdsville, Oodnadatta und bis Uluru im Nordterritorrium. Die Kirchengeher selbst sind zu 80% Kroaten, die in den 60er Jahren eine neue Heimat gefunden haben, bzw. jetzt schon in der zweiten Generation hier leben. Am 26.7.2009 hatten wir hohen Besuch vom neu ernannten Erzbischof aus Port Pirie, Bishop Gregory O'Kelly, der mit zwei Jesuitenpatern aus den USA Coober Pedy besuchte, und hier die Messe las - für rund 30 Kirchengeher!
Die serbische Gemeinde hat die größte Kirche in Coober Pedy, eine serbisch-orthodoxe Gemeinde, mit angeschlossenem Clubhaus und langen Feiern bis in den Morgen. NUR - derzeit kein serbischer Priester zur Stelle, daher auch keine Messen. Pater Rederick, der hier weilte, ist im Moment zuständig für die Organisation der Umoona Aboriginal Gemeinde, und ist auf dem Weg zurück nach Europa. Die circa 500 ansässigen Aboriginal people leben meist in Umoona Community (= Baum des Lebens, Roter Mulga Baum), für die ein permit (Erlaubnisschein) notwendig ist. Die meisten der Aboriginal People sind Lutheraner und besuchen die Catacomb Church, anglikanische Kirche. Weiters haben die griechisch-orthodoxen Ansässigen eine kleine Kirche erbaut, und es gibt die Assembly of God Church, Coober Pedy Revival Fellowship, Coober Pedy Brethren Church und Christian Home Church. Der Name Coober Pedy selbst wurde der Stadt 1920 gegeben (ursprünglich: Stuart Range Opal Fields) und leitet sich von den Aboriginal Wörtern „kupa" und „piti" ab, was soviel heißt wie „Weißer Mann im Loch".

Coober Pedy ist eine lebhafte Stadt, mit vielen gesellschaftlichen Ereignissen, tausenden Touristen die auf ihrer Reise Halt machen und sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt ansehen, und bietet heute alle Annehmlichkeiten einer modernen Stadt: Supermärkte, Bank, Tafe College zur Fortbildung, Spital, Schule, Bibliothek, Sportplatz, Schwimmbad, Flughafen, Pferderennbahn, Golfplatz, Hotels, Campingplätze, Kirchen, Cafes und Restaurants, Souvenirgeschäfte, Open Air Kino, Golfplatz und vieles mehr….nur manches ist ein wenig anders als in anderen Städten.

Die Anreise nach Coober Pedy ist von allen Seiten ungewöhnlich, außer auf der Straße nach Oodnadatta kommend….keine Opalfunde. Aber ansonsten gleicht die Landschaft 50 km im Umkreis einer Mondlandschaft, bedingt durch die Abraumhügel der Minenschachte auf den Opalfeldern. Coober Pedy liegt etwa 840 Kilometer nordwestlich von Adelaide <http://de.wikipedia.org/wiki/Adelaide> direkt am Stuart Highway <http://de.wikipedia.org/wiki/Stuart_Highway> und ist Startpunkt des Anne Beadell Highway <http://de.wikipedia.org/wiki/Anne_Beadell_Highway>. Touristen müssen hier mehr oder weniger Halt machen….denn nächster Stopp im Süden ist Glandambo Roadhouse 252 km, nächste Stadt Port Augusta 538 km. In Richtung Norden liegen Cadney Homestead 153 km und Alice Springs, 685 km.

Beim Einkaufen ist mir gleich aufgefallen, dass es hier keinen der großen australischen Supermarktketten gibt. Zwei ansässige Supermärkte und viele Souvenir- und Opalgeschäfte, alles Familienbetriebe. Der „Miner's Store" ist der älteste noch betriebene store der Stadt, der 1960 von den Coro Brüdern gekauft wurde, die Geschichte in Coober Pedy geschrieben haben. Das italienische Brüderpaar kam 1960 nach Coober Pedy, kaufte mit dem ersten Geld ihrer Opalfunde den Miner's store, installierten Kühlung, begannen Frischware einmal wöchentlich aus Adelaide zu bringen, auf dem damals noch unasphaltiertem Stuart Highway, bauten ein Motel und verwirklichten sich einen Traum mit dem „Desert Cave Hotel", einem zum Teil unteririschem Hotel im 4-Sterne Bereich (übrigens: derzeitiger Manager - ein Deutscher!). Die einmal wöchentliche Lieferung der Frischware ist noch Aufrecht: donnerstagmorgens öffnen beide Supermärkte um 7.00 Uhr ihre Pforten und die Coober Pedians können dann frisches Obst, Gemüse, frische Milchprodukte, Blumen und frischen Fisch kaufen. Die nächste Lieferung - mittwochnachts. Böse Zungen behaupten, dass Coober Pedy nie einen „großen" Supermarkt zuließ, weil die italienischen Familien mit Mafia-Methoden gearbeitet haben ….. "We will make it a big boom!"
Es hat oftmalig „boom" in Coober Pedy gegeben …. kein Wunder bei der Vielzahl der Nationen (überigens: im „United Club" - für Sport und Spiel - sind alle Nationen willkommen - Thema Politik ist verboten ….. kein Wunder bei den vielen serbisch - und kroatisch abstammenden Menschen!)
Restaurants sind in die Luft geflogen, und auch die Polizeistation. Ivan Axel, ein Serbe, war dafür zuständig. Ein kleiner Mann, unscheinbar, mit einer Ansammlung an alten Wracks auf seinem Anwesen. Nur als er, der nie mehr als 40 km fuhr, eines Nachts von der Polizei wegen zu schnellem Fahrens zu einer Geldstrafe verdonnert wurde, war ihm das zu dumm….und er meinte „You take care. I will make blow the police."
In der nächsten Nacht wurde die Coober Pedy Polizeistation in die Luft gejagt. Es gab keine Verletzungen, jedoch der Täter war bald ausfindig gemacht. Ivan bekam für seine Tat 6 Monate Knast, musste allerdings nur 3 absitzen, weil er tatsächlich zu unrecht zu einer Geldstrafe wegen Schnellfahrens verdonnert wurde. So hat Coober Pedy nun eine neue Polizeistation, aufgestockt auf 18 Polizisten, statt ursprünglicher 2!

Auch das mit dem Arzt ist so eine Sache. Coober Pedy hat ein Spital mit einem Operationssaal, der nicht mehr benutzt wird. Durchschnittlich 4mal täglich fliegt der „Flying Doctor Service" Notfälle, schwere Fälle und auch sonstige Fälle nach Adelaide, 840 km …. ein langer Weg mit dem Rettungsauto! „Dr. Kami" ist der einzige Arzt in Coober Pedy und sollte maßlos überfordert sein. Eine mit ihm ausgemachte Visite findet normalerweise 2 bis 3 Stunden später statt als verabredet, da Dr. Kamitakanara (full name) auch Spitalsdienst im 20-Betten Spital mit angeschlossenem Altenzentrum, macht. Der Zahnarzt kommt cirka alle 2 Monate für 4 bis 5 Tage und hat einen voll eingerichteten stationären Zahnarztwagen im Schulgelände. Pech gehabt, wenn du in der Zwischenzeit Zahnschmerzen hast. Umoona Coomunity hat übrigens seit 2000 ebenfalls seine eigene medizinische Versorgunseinrichtung mit Ärzten und Zahnärzten die die Community besuchen.

Coober Pedy bietet einige Originale und Charaktere der besonderen Art, nicht nur alte Filmutensilien aus „Pitch Black" (Planet der Finsternis) und „Mad Max III" um nur zwei der hier und in der Umgebung (Breakaways) gedrehten Filme zu nennen. Schade, dass ich Crocodile Harry nicht mehr erlebt habe. Shane kannte ihn noch, den vielleicht berühmtesten CooberPedian, der als Vorlage für Crocodile Dundee galt. Der deutschstämmige Baron Arvid von Blumental, der in seiner Jugend Krokodiljäger des Nordens war und sich später in Coober Pedy niederließ eröffnete die erste Touristenattraktion Coober Pedys mit seiner Wohnhöhle und seiner Mine, etwas außerhalb der Siedlung. Crododile Harry starb im hohen Alter von 81 Jahren 2005 (Grab am örtlichen Friedhof, unterhalb der Windmühle). Sein Anwesen „Democratic Republic of Crocodile's Nest" ist noch zu besichtigen und mit den vielen Malereien, Bildern und der Damenunterwäsche an den Wänden einen Besuch wert.
Ja, die Opale haben viele Menschen angelockt, unter anderem Schweizer, Deutsche und auch Österreicher, wie Michael Venus, der sich hier 1990 niederließ und „Venusopals" gegründet hat. Wir haben sein Anwesen einmal besucht, doch Michael war nicht da. Er hat eine kleine Broschüre verfasst über Opale, die ich nun besitze. Wie viele der Opalgräber lebt Michael in seinem eigenen Dugout der der Mine samt kleinem Geschäft angeschlossen ist. Heute weiß ich, dass Michael auf Hochzeitreise in Thailand ist….und „bald" zurückkommt.

Viel Spaß hatten Angas und ich auch als wie die „Coober Pedy Races" besuchten. Angas hatte rasch guten Anschluss an die Kinder hier gefunden. Dank vieler Aktivitäten und Kindergruppen war dies sehr einfach. Tanya Lauder ist eine Tausendsassa Organisatorin und für die Kinderprogramme zuständig. Von Anfang an, waren wir dabei!
Am Dienstag in der Umoona Spielgruppe, am Mittwoch in der „Baby Bounce" Gruppe in der Bibliothek mit Liedern, Reimen, Büchern und Spielen, am Donnerstag in der Gruppe der „Little Musicians" mit Liedern und Instrumenten (das gefällt Angas ganz besonders) und am Sonntag in der „Gym Gruppe" im großen Turnsaal. Viel zu tun! … und so zwischendurch besuchen wir immer wieder die „bikabek" (Bibliothek) in der es nicht nur Bücher (viele Kinderbücher!) und DVDs gibt, sondern die auch eine echte „Spielbibliothek" ist, in der wir Spiele, Trucks, Stofftiere für 2 Wochen ausborgen können. What a great idea! Daher konnte „Dorothy, the Dinosaur" auch mit uns Geburtstag feiern!

Und seit 20.7.2009 besucht Angas den Kindergarten, Montag ganztägig, Dienstag und Mittwoch je zwei Stunden. Ich glaube, er war anfangs ein wenig enttäuscht von dem Gebäude, seinem Flair und den Tanten. Kein Wunder - Peterborough war da viel offener, heller, lustiger, ….. aber …. mittlerweile gefällt es ihm doch auch sehr bei Miss Walker, und er hat auch schon einen „Award for being a good friend" in der großen Schulversammlung eingehamst. Ja und die Pferderennen, die waren toll - für uns alle. „My Bonnie", unser Nachbarmädchen kam mit uns mit. Sie spielt sehr gerne mit Angas und er liebt Bonnie (11 jahre alt) über alles. Bei den Pferderennen gab es nicht nur Rennen und Geschicklichkeitsbewerbe (Gymkahna) für die Erwachsenen. Auch die Kinder durften an den „Races" teilnehmen und bekamen dafür eine Schleife. Angas hat beim „egg race" und Steckenpferdrennen mitgemacht und er spricht heute noch davon.

Zu meinem Geburtstag wünschte ich mir einen Flug über Coober Pedy. Es wurde ein etwas ausgedehnter Flug zu der Painted Desert mit dem ansässigen Unternehmen „Opal Airs". Wir, die Familie, pilgerten am 27.7.2009 zum kleinen Flughafen und Angas war sehr traurig, dass er nicht mitfliegen konnte. Flugzeuge faszinieren ihn, ist er doch ein kleiner Weltreisender. Und bei jedem Flugzeug das er sieht bricht er in helles Lachen aus. „Fig (Flieg) Ama (Oma) und Anja. Landen. Schön. Namam (Essen), watch picture, pay (play) und schlafen." Das sind seine Assoziationen zum Fliegen. Nur der 1 ½ -stündige Flug wäre sicher zu lange für ihn gewesen - außerdem ohne Essen und TV, und bei Oma wären wir auch nicht gelandet. Da muss Angas noch ein wenig warten, bis November.
Ich habe schon angedeutet, dass Coober Pedy eine sehr freundliche Stadt ist, mit vielen sozialen Ereignissen. Die ansässigen ethnischen Gruppen haben ihre Clubs gegründet, wo meist donnerstags und freitags noch immer besondere Abende mit Grillen, Fish&Chips, Bingo, etc. stattfinden. Der Italian-Miners Club, der Greek Club, der Serbische Club, der Kroatische Club sind daher Treffpunkt, so wie die Pubs - besonders das „Opal Inn". Mitte August war im Miners Club ein Bauchtanzworkshop und Arabian Night Festival, letzte Woche war ein Chor aus Victoria hier, und Ende Juli wurde Weihnachten gefeiert. Da wäre ich gerne mit Angas in der Kinder Disco dabei gewesen, aber ich hatte meine erste Arbeitswoche, und da konnte ich nicht gleich fehlen. Am kommenden Samstag gibt es ein Laufereignis von den Breakaways nach Coober Pedy und einer Abschlussparty im Fußball Oval. Coober Pedy hat zwei Grünflächen - Fußballoval und den Schulsportplatz. Die Bewässerung erfolgt über gereinigtes Wasser aus der Kläranlage.

Seit Freitag, 24.7.2009 arbeite ich am Stuart Range Caravan Park in der Rezeption, der sicher schönste Caravanpark in Coober Pedy und der angeschlossenen Pizzabar. Meine Arbeitgeber sind eine griechische Familie, die vor 22 Jahren begonnen hat, diese „Oase" zu erbauen. Shane erinnerte sich noch, an die Müllhalde neben dem Campingplatz …. Und öder Weite. Stuart Range Caravan Park ist eine grüne Oase in der Wüste. Yanni und seine Familie haben ihre eigenen Olivenbäume, die über Wasser aus der Kläranlage bewässert werden, haben ihre eigenen 30 Hühner etc. Maria, Yannis Frau eröffnete vor 40 Jahren ihre erste Pizza Bar in Melbourne, gründete später in Coober Pedy „John's Pizza Bar", die sie später verkaufte und heute macht sie noch immer sehr gute Pizza am Campingplatz, wo Sohn Paul und Schwiegertochter Felicity übernommen haben. Ein echter Familienbetrieb, wie ich ihn von zu Hause kenne und die Arbeit macht mir Spaß.
Lustig waren die Tage, als die bunten und geschmückten Autos der Variety Bash bei uns Halt gemacht hatten. Dieses jährliche Ereignis ist das erfolgreichste Charity Motorevent Australiens. Aus allen Bundesstaaten kommend treffen die Teilnehmer sich in Alice Springs um wieder retour zu reisen. Nicht um die Wette - sondern um dabei zu sein, und dabei Teile Australiens zu befahren, in denen sie sonst nicht reisen würden und gleichzeitig Geld für bedürftige Kinder zu sammeln. Einige lustige, wilde Typen waren dabei. Die meisten Teilnehmer jedoch waren durchaus seriöse Städter, oft auch schon ältern Jahrganges, die einfach Spaß hatten. Und ich hatte Spaß an den lustig aufgemachten Autos, wie auch schon 2004 in Oodnadatta.
Ich habe auch die Tour für Touristen durch Coober Pedy mitgemacht, die von Yanni's Familie angeboten wird. Sehr interessant, viel gelernt und gesehen. Das unterirdische Museum „Umoona" (seit 2000 offen) ist mit einem echten Kinosaal ausgestattet, wo du die Geschichte der Opale hautnah miterleben kannst. Kieselsäure-Gel und Sand wurden an die Meeresklippen gespült, schließlich in Hohlräumen zurückgelassen, die sich über Jahrmillionen zu Opal verhärteten. Auf der Achse Andamooka, Coober Pedy, Mintabie und Lambina sind daher auch viele Fossilien zu finden, die in diesen Gewässern zu Boden gesunken sind und gestorben sind. Viele der Fossile sind opalisiert!

Touristen, die heute nach Coober Pedy kommen, haben eine reiche Auswahl an Opalgeschäften - vielleicht die größte der Welt - abgesehen von den Gem Trade Show, die wir ebenfalls besuchten. Coober Pedy ist mitlerweile auch eined „grüne" Stadt. Der erste Baum Coober Pedys ist ein aus Alteisenteilen geschweißter „Baum", der heute noch am Lookout über die Stadt, neben der „Big Wintch" steht. Aboriginal people waren nie in Coober Pedy ansässig…..auf Grund des Wassermangels. Die ersten Minenarbeiter mussten Wasser aus William Creek, 160 km entfernt ankarren. 1922 wurde ein unterirdischer Wassertank gebaut, der das spärliche Regenwasser aufsammeln sollte (150 mm im Jahresdurchschnitt!!), welcher ein Fortschritt war, aber noch immer nicht ausreichend. Wasser war rationiert und auf 24 Gallonen (rund 100 Liter) pro Person pro Woche beschränkt. 1985 wurde eine Osmose Wasserdestillationsanlage in Betrieb genommen, die Wasser aus einem 25 km nördlich der Stadt gelegenen Bohrloch aus dem artesischen Becken entsalzt. Das Wasser hat Trinkwasserqualität und ist ausreichend für Bewohner und Touristen, was nicht heißt, dass nicht sorgfältig damit umgegangen wird.
Strom wird im eignen „powerhouse" erzeugt, angeschlossen der westaustralisschen Firma und ein Windrad unterstützt die Stromerzeugung. Dave, der seit 17 Jahren für das Powerhouse zuständig ist, lebt seit dieser Zeit auch am Campingplatz und ist ein witziger Bursche, der sich oft über seine 2 bis 3 Stunden Arbeitszeit pro Tag beschwert.

Uns gefällt es hier in Coober Pedy und durch Angas, die Arbeit am Campingplatz, einer Woche Arbeit an der Kasse im Lucas Supermarkt habe ich auch schon einige Leute kennen gelernt, mit denen ich gerne plaudere. Angas hat Freunde gefunden, und er mag gerne Sehenswürdigkeiten ansehen. Wir waren gemeinsam bei der Big Wintch am Aussichtsplatz, im „Old Timer's Museum", wo er einen Bob the Builder Hat bekam und so durch die Mine ging, eine Mine die 1916 erstmals eröffnet wurde und von Ron Gough (wir wohnen in Gough Street) 1954 gekauft wurde und 1987 als Museum eröffnete. Wir waren in Tom's Working Mine, wo man den Arbeitern beim Opalabbau (kann nicht in großen Mengen gefördert werden, ist so ziemlich alles Handarbeit) zuschauen kann. Angas bevorzugte die Abraumhügel im Freien als Rutsche zu verwenden und schaute dann wie ein Schneemann aus. Lookouts, Spielplatz, Geschäfte, Eis, Kindergarten, …..das alles gefällt Angas sehr, und er weiß ganz genau wohin wir gehen müssen um dort oder dorthin zu gelangen.
Zwei Wochen lang waren Angas und Shane wieder im Norden, um Angas „birthmum" Christine (my chistin) zu besuchen, und ich genoss meine Freiheit um ein wenig aufzuarbeiten und in die Zukunft zu blicken - und zum Frisör zu gehen, natürlich unterirdisch.

Gerne würde ich nochmals hinaus und ein Campfeuer haben …. aber das Wetter ist im Moment ziemlich unbeständig. Als wir vom Süden nach Coober Pedy kamen, Anfang Juli, war es hier wirklich sehr schön warm für unsere Begriffe. Es gab bald Tage an denen die Temperaturen bis zu 30° Celsius stiegen. Wir haben auch ein paar Regentage erlebt, an denen es so immer wieder tröpfelte. Wochen mit Wolken am Himmel, kühl und kein Regen, einen riesigen Sandsturm der mit über 90 km/h über das Land fegte und den Himmel in alle Farben tauchte ….. alles okay, und schön langsam wird hier auch der Sommer kommen. Ich muss auf mein Buschcamp warten…..bis zum nächsten Mal Down Under, Jänner 2010 ????

Mein Teacher's Assessment ist noch immer nicht über die Runde gegangen, da ich noch immer auf ein Certificate aus England warte, das zwischendurch den Weg von England nach Australien und retour gemacht hat (falsche Aderesse!). Aber ….. auch das wird hoffentlich werden, und außerdem weiß ich im Moment, dass Coober Pedy Arbeit für uns hat. Ich hätte hier auch die Möglichkeit für ESL Stunden für eine Thai-Lady bekommen. Es dauerte einige Zeit für die Papierarbeit, doch nun, da alles abgeschlossen ist, reise ich ab.

Am Freitag, 11.9.2009 fahre ich mit dem Bus um 19.30 Uhr nach Adelaide (11 Stunden) und steige in Adelaide am Samstag, 12.9.2009 um 12.30 Uhr ins Flugzeug, um am Sonntag, 13.9.2009 um 9.20 Uhr in Wien Schwechat zu landen. Mit der Zeitverschiebung von 8 ½ Stunden dazugerechnet bin ich rund 2 Tage unterwegs, werde dann ein paar Tage brauchen, um wieder den österreichischen (Schlaf)rhythmus zu finden und beginne meine Workshops ab 21.9.2009. Shane und Angas werden am 19.11.2009 nach Österreich kommen, auf ein Monat.

Gleichzeitig möchte ich auf eine Abendveranstaltung am Donnerstag, 26.11. 2009, 19.00 Uhr im Leo FUHRMANNSAAL in Tribuswinkel / Traiskirchen aufmerksam machen. Ich würde mich freuen, wenn wir uns dort treffen:
ART & WEIN - VIELSEITIGES AUSTRALIEN - ABENTEUER REISE ....
..... Leben und Reisen in Down Under
..... mit einer Ausstellung von Originalgemälden australischer Ureinwohner
..... und - Weinverkostung Weingut Schaflerhof, Traiskirchen
..... Live - Didgeridoo Musik
..... sowie Gästen aus Australien: Shane und Angas!
ORT: Leo Fuhrmannsaal, Traiskirchen - Tribuswinkel, Kirchenplatz, Nähe der Kirche
ZEIT: Donnerstag, 26. Oktober 2009, 19.00 Uhr - Vortrag

Eintritt: Freier Beitrag! Eine Veranstaltung im Rahmen der Kulturtage der Stadtgemeinde Traiskirchen
Anfahrt Tribuswinkel: A 2, Abfahrt Baden, in Richtung Tribuswinkel, Ortszentrum; www.tribuswinkel.at <http://www.tribuswinkel.at/>

Ja - und ab Februar 2010 ist meine Wohnung frei zum Vermieten.
Interessenten, bitte melden.
Danke.

Also dann - bis bald.
Bear hug
Maria, Shane und Angas

P.S.: Weingut SCHAFLERHOF hat vom 23.9. 2009 bis 7.10.2009 wieder den heurigen offen, wäre auch eine gute Möglichkeit, für ein Treffen.