07_Lebensbericht
Borroloola/Katherine, Sonntag, 23.01.2011 - School, Christmas und Sommerferien

Bericht begonnen am Dienstag, 18.01.2011 in Katherine, beendet am 23.1.2011 in Borroloola

Sorry, meine Lieben, dass ich so lange nichts geschrieben habe. Ich war ein wenig faul. Doch jetzt, ein paar Tage bevor die Schule wieder beginnt setzte ich mich hin … denn sonst gibt es keine Infos mehr aus der Zeit zwischen Weihnachten und jetzt.
Im Moment sitze ich in einem Caravan in Katherine, wo ich mich Angas meine letzten Ferientage genieße. Diese 4.größte Stadt im Northern Territoy mit ihren rund 9.000 Einwohnern ist die nähest gelegene Stadt für uns, 750 km. Ich habe mich schon sehr gesehnt nach einem ordentlichen Kaffee, Frisör, Pediküre, … krieg ich in Borrroloola nicht, ist daher a special treat.

Aber - ich muss vorweg sagen ich bin froh, dass wir nicht in Queensland sind, wo diese Unmengen an Regenmassen einen Inlandsee entstehen ließen, dann die Fluten in Brisbane und jetzt das Wasser das sich über die verschiedenen Becken seinen Weg ins Land hinein findet und somit Teile von NSW, Victoria und Südaustralien unter Wasser setzt. Es ist unwahrscheinlich, die Berichte zu verfolgen. Den vielen emails nach zu schließen, die ich in den vergangenen Wochen bekommen habe, berichten auch die heimischen Medien über diese Jahrhundertfluten. Es ist beängstigend … und doch sehr australisch wie die Menschen fast gelassen reagieren und helfen, wo zu helfen ist. Auch Spendenaktionen laufen auf Hochtouren und Politiker sind im Sondereinsatz. Außer der Berichterstattungen in den Zeitungen und im TV merken wir hier Gott sei Dank nichts von den Wassergewalten - außer dass Obst und Gemüse um einiges teurer wurden (kommen zum größten Teil aus Queensland). Natürlich regnet es bei uns auch …. Aber…laut Auskunft der Menschen, ganz normal, wie das halt so üblich, in der Regenzeit. Am Montag war jedenfalls die Straße von Borroloola zum Highway frei, ich hoffe, dass ich am Freitag wieder gut zurückkomme.

So aber jetzt schön der Reihe nach, was wir so alles erlebt haben, seit Ende September. Ende Term 3 schrieb ich meinen letzten Bericht….und nun haben wir fast vier Monate später. Ich werde versuchen, in kürze zu erzählen, was wir alles erlebt haben.

Die eine Woche Ferien zwischen Term 3 und 4 war sehr entspannend, mit ein wenig aufräumen, Schulsachen in Ordnung bringen, für Leeds-Nile-Studien herrichten, kochen (denn in den Ferien darf ich kochen!) und natürlich mit Angas spielen und lachen, sogar das Swimmingpool war 2mal offen - also nichts wie hinein, denn es ist ziemlich heiß. Das Wochenende vor Schulbeginn nutzten wir noch für ein Bush-camp an Poppy's Pool mit Swag und Feuer und Damper. Entspannend, schön, schwimmen, Wasserfall, wilde Büffel und Pferde und Esel, Schwazstorch und Brolgas ….ziemlich gut. Es waren noch Brooke und Kelly mit, sowie Melissa und ihr Freund Lee. War ein gutes Gespann, auch Angas hat das Wochenende gefallen und es tut gut zu sehen, wie sicher er schon im Wasser ist. Eine kleine Geschichte am Rande: Shane legte das Netz zum Fischen aus und irgendwann haben die Männer nachgeschaut, ob es schon Beute gibt, drei „catfish" (schauen aus wie Welse) und ein Krokodil waren im Netz. Zwar nur ein ca. 1 Meter langes Süßwasserkrokodil …. Aber… uns ist allen ein wenig das Herz stehen geblieben, denn immerhin sind wir vorher fast alle durch das Pool geschwommen, um zum oberen Pool mit Wasserfall zu gelangen. Locals meinten nur: „Don't worry, it was only a freshie!"
Jedenfalls erlebten wir alle ein total entspanntes Wochenende uns so konnte die Schule wieder gut beginnen.

TERM 4, WEEK 1, 4.10. bis 10.10.2010
Die Woche hat gut begonnen, Irena (die Steirerin, die in Brisbane mit einem Russen verheiratet war und jetzt so was wie „Springerin" ist) sollte für die nächsten Wochen nach Robinson River (unsere Nachbarschule, ca. 3 Stunden auf dirt road) im Einsatz sein. Anreisetag aus Tennant Creek war für sie Montag, sie übernachtete bei uns und fuhr am Dienstag weiter. So sind wir zu einem gezogenen Apfelstrudel gekommen. Das war vielleicht ein Fest. Als Hauptspeise gab es catfish - ohne Krokodil!
Der Schulalltag ist bald back to normal, Angas geht mittlerweile auch sehr gerne in die Schule und er sagt immer „I love Miss Melissa", auch in die Kinderkrippe geht er gerne….somit brauchen wir uns da keine Sorgen machen. Manche Tage wird das unterrichten echt einfacher, wahrscheinlich auch weil mich die SchülerInnen schon kennen, …etc. Fingers crossed that this can stay.
Am kommenden Wochenende schreibe ich all meine Programme fertig, denn Anna und Hermann sind im Anrollen….da will ich nicht dieses Damoklesschwert der Arbeit im Hinterkopf haben.

WOCHE 2, 11. bis 17. 10.2010
Es ist heiß und noch immer kein Regen in Sicht, aber ich genieße jeden Morgen die Vögel die uns aufwecken. Es ist so schön …. Hunderte Stimmen sind zu hören und dann wird es auch schon hell. … und es heißt aufstehen.
Shane macht die Kaffees am Morgen - und ich bin auch ziemlich froh, dass er kocht, denn ich komme kaum vor 18.30 Uhr aus der Schule nach Hause. Bis wieder alles hergerichtet ist, für den nächsten Tag, alle Planungen im PC sind,…. das braucht seine Zeit und ich versuche möglichst wenig zu Hause machen zu müssen.
Am Freitag, 15.10. regnet es erstmals so richtig …. in der Nacht und in der Früh. Als Angas den Regen mitbekommt, schlüpft er schwups in seine Gummistiefel, holt sich seinen Regenmantel … and off he is….outside, und das alles in der Früh. Es ist nicht einfach, ihn rechtzeitig ins Auto zu verfrachten….aber wir schaffen es….und am Abend gibt es dann ein Barramundi-Dinner, mit Anna und Hermann, unseren treuen steirischen Freunden, mit denen uns viele viele wunderschöne Stunden verbinden, und Anna und ich sind baff erstaunt, dass wir uns erstmals in Australien treffen, denn Australien war Vermittler für unsere Freundschaft und es befremdet mich in höchster Weise, dass wir uns hier noch nie trafen, denn gereist sind Anna und Hermann ebenfalls schon viel durch das Land der großen Weiten.

Ich freue mich jedenfalls, dass die zwei einen Teil ihres diesjährigen Aufenthaltes bei uns verbringen, und auch Shane und Angas sind voller Begeisterung.
Am Samstag stößt auch Irena wieder dazu, denn sie hält es in Robinson River (aus verschiedenen Gründen) nicht aus! Sie macht uns heute frisches Brot (2 riesige Kaisersemmeln sagt sie) und wir genießen einen lauen Abend auf unserer Terrasse im hinteren Teil des Hauses, geschützt und privat.
Irena fährt am Sonntag ab, vergisst ihren PC (was mich ziemlich unrund macht!) … aber was soll's.
Mit Anna und Hermann gehen wir am Sonntag in die Kirche. Es freuen sich natürlich alle, dass ich neue Freunde mitbringe und sie sind herzlich willkommen. (Zu ihren Ehren gab es heute ein „Fest der Bibelstellen", es haben bestimmt 5 Leute Bibelstellen gelesen - das ist so der Teil des „Sharings" der Kirchenfeier.)
Am Nachmittag schauen wir, was die neue Brücke macht. Fahrbahn schon fast fertig. Es kann nicht mehr lange dauern bis sie eröffnet wird, Baubeginn war nach den Osterferien. Dann geht es weiter nach Bing Bong und King Ash Bay, wo uns am Rande ein paar riesige Buckelrinder begrüßen.

WOCHE 3, 18.-24.10.2010
Am Montagabend gehen wir mit Kelly essen. Das ist schon fein, dass wir in Borroloola so was wie ein echt gutes Lokal haben und noch dazu kann Angas mit William spielen, der auch ganz begeistert ist von den tollen Rittern die Angas von Anna und Hermann bekommen hat (und will natürlich auch welche, da muss er noch ein wenig warten, denn Anna hat die Figuren im Zeughaus in Graz gekauft!). Die Ritter sollen uns noch lange begleiten. Was für ein tolles Geschenk, neben dem „No Kangaroos in Austria" Leibchen und vielen anderen Dingen - u.a. Manner Schnitten, mag man eben. Eine ganz normale, gute Woche. Anna und Hermann gehen zwischendurch auf Reisen, sie basteln noch an ihrem Auto, schlichten und verpacken, nutzen die Zeit am Computer und kochen für uns….was ja ganz besonders gut ist, und sie erkunden natürlich auch auf eigene Faust die Gegend.
Während dieser Woche haben wir die „Book Fair" (öffentlich zugänglich!) in der Schule, sodass die zwei auch Glück haben, und die Schule besuchen können, unsere Assistant Teachers kennenlernen und ein paar unserer Kinder sehen.
Das Wochenende sollte der absolute Highlight ihres Aufenthaltes werden - Seven Emus Station. Ungefähr eine Stunde Fahrt in Richtung Queensland Boarder, wo Daphne's Gatte Frank die Farm seines Vaters weiterführt. Eine „blackfella farm" die funktioniert, und Anna und Hermann treffen dort auch wieder die 2 Malayen, die sie „vorher" getroffen hatten, die jetzt hier „whoofen" (Arbeit gegen Kost und Logie). Daphne's Tochter Marissa und ihr Mann Damian begrüßen uns herzlich. Das Homestead liegt gleich nach der Flußdurchquerung des Robinson River. Auf meine Frage, was sie in der Wet machen, meinten sie, dann lebt ihr Vater alleine hier, denn meist sind die Flüsse (Fletcher - Weayrean - Robinson) dann nicht passierbar.
Sie sagen uns, wo wir hinfahren können, übernachten können etc. und wir finden diesen herrlichen Platz mit Ausblick von hoch oben (gut so, dann sind die Krokodile ganz unten) über den Fluss, wo für Touristen ein kleiner Unterschlupf aufgebaut ist, mit Feuerstelle und sogar Holz, und dem Dunny mit dem besten Ausblick. Ein „longdrop" clo, mit 2 Wellblechtafeln vor neugierigen Blicken der anderen Camper abgeschirmt, dafür mit freiem Blick über den Fluss, in das Tal hinunter und über die ewig weiten Ebenen des anderen Flussufers.
Angas macht mit dem vorgebereiteten Feuerholz ein Piratenschiff, Hermann schnitzt ihm Pfeil und Bogen und wir genießen einfach das Sein. Angas kann so wild sein, aber auch so eins mit der Natur. Wenn er auf „seinem Stück Land" sitzt und alles rund um ihn einsaugt, dann ist er eins mit der Natur. Ein Spaziergang in der untergehen Sonne lassen Annas und mein Herz höher schlagen. Frischen Damper und Lagerfeuer verzaubern die Nacht, mit dem Vollmond der aufsteigt. Den Meteoritenschauer können wir nur hinter den Wolken erahnen….auch gut.
Morgendliches Vogelkonzert, herzhaftes Frühstück am Sonntag, die Männer jagen, die Frauen sind faul (ich bin realxed bis in die Zehenspitzen, my batteries are recharged), die kleinen „Quaills" (wie Fasane) die ihrer Mama folgen sind herzig, das Nest des Bowerbirds ist wie immer bewundernswert, und der Weg hinuter in die Flußbank ist steinig…und man weiß ja nie, wo die Krokodile sind. Der Besuch beim alten homestaed beschenkt uns mit Kisten voller Mangos die wir von mehreren riesigen Bäumen pflücken. Wie ein Hain stehen sie stolz da. Von der Weite meinten wir, es wäre ein Baum …. Doch da waren 5, 6, 7 riesige Bäume, mit den süßesten Mangos.
Am nach Hause Weg schwimmen wir noch im Robinson River….Marissa und Damian sind auch drinnen, genießen den Sonntag mit einer Rasur im Fluss und laden uns ein, zu einem Bad. Gerne. …. Und dann geht es nach Hause. Shane meinte, "Ihr habt alle geschlafen. You must have been really relaxed. " Waren wir auch, und ich nehme an, dieses war das letzte Busch-Wochenende, denn während der Wet, da mag ich nicht im Freien schlafen. Am Abend gibt es noch Kangaroo zum Dinner…und ab ins Bett.

WOCHE 4, 25. - 31.10.2010
Abschiedessen am Montag im Pub und Abschied am Nationalfeiertag. Anna und Hermann hissen die rot-weiß-rote Fahne, Angas und ich sind rot-weiß-rot gekleidet, aber sonst unterscheidet sich der Tag nicht von anderen. Ich habe mittlerweile meinen ICTC gemacht, und bin die PC verantwortliche in der Schule. Ob ich das auch schaffe, let's see. (Kann alles per Telefon erledigen und erfragen und 2-mal pro Semester kommt ein Computerspezialist eingeflogen, der anstehende Probleme erledigt!).
Unser wöchentliches Lehrermeeting (jeden Dienstag) ist diesmal im alten Museum wo uns Daphne durchführt.
Die Verabschiedung von Anna und Hermann ist schön, denn ich fühle dass Anna relaxed ist und sie nun gut auf weitere Reisen gehen kann, auch wenn ich schon noch ein paar Tage mit ihnen verbringen könnte.
Angas und William (ist fast 12, in Kellys Klasse, ein weißer Bub, Vater Serbe Stiefmutter aus Sydney und die zwei führen den Carpentarier Grill!) spielen nun oft gemeinsam nach der Schule in der Bibliothek oder im Schulgelände. Ich bekomme die neuen Regale für die Senior Books (bestellt Ende Semester 1!), d.h. großes Schlichten beginnt wieder. Diese Woche nimmt mich die Biblikothek ziemlich in Anspruch. Erster starker Regen und am Samstag mit einem ordentlichen Gewitter vor dem Angas ein wenig Angst hat, lässt uns erahnen, wie die Regen in der Wet sein wird. Shane ist „on call for medi vacs." Wir haben einen kleinen Flughafen in Borroloola. Alle Flugzeuge die auf die Inseln fliegen, müssen hier nachtanken. In der Nacht sind es nur Flüge für Krankentransport die ein- und abfliegen, und dafür müssen die Scheinwerfer am Flughafen erleuchtet werden und das ist es, was Shane zu tun hat. Lichter anmachen, Kontrolle ob die Landebahn frei ist, 30 Minuten nach Abflug warten, ob der Flug okay geht. Er hat zwei ruhige Wochen, nur zwei Einsätze gegen Ende. Einer um 22.00 Uhr, das ist okay, ein zweiter um 3.00 Uhr in der Nacht, der ihm den restlichen Schlaf raubt!
Zu Hause haben wir unsere Mangos in Zeitungspapier eingewickelt (Aborigine Frauen vergraben sie im Sand) zum Nachreifen, was natürlich zur Folge hat, dass sie alle so ziemlich zur gleichen Zeit reif werden.
Jedenfalls essen wir die kommenden drei Wochen Unmengen an frischen Mangos, yamm. Und ich versuche, diese auch ein wenig zu verarbeiten. Mangokuchen statt Marillenkuchen und Mangoknödel, schmecken lecker!
Mangomarmelade, die ist nicht so besonders, weil die vielen Fasern der Mango ein wenig stören, dafür ist das Mango Chutney umso besser. Das Originalrezept war mit Datteln, die ich nicht hatte, probierte daher getrocknete Marillen, auch gut.

WOCHE 5, 1. bis 7.11.2010
Allerheiligen, Allerseelen - keine Feiertage hier, dafür ist am Dienstag, 2.11.2010 Melbourne Cup (das größte Pferderennen Australiens), eine Institution, da bleiben die Uhren stehen. Erstmals seit ich hier bin, ist der Bildschirm im Lehrerzimmer eingeschaltet und wir können ein wenig Flair der Großstadt einatmen. Unsere Ladies im Büro haben auch Melbourne Cup Sweeps organisiert, also setze ich auch auf ein Pferd. Nichts gewonnen. Auch gut zu sehen, wie dieses Rennen bis in den Busch seine Spuren hinterlässt. Eine heiße ruhige Woche, in der ich in der Schule beginne, ein paar Stunden für meine Arbeit „Leeds and Teaching" zu halten, filmen, feed back zu bekommen etc. Am Samstag haben wir einen Freund von Angas bei uns, die zwei sind darüber sehr happy. Wenn sie in der Schule beisammen sind, können die zwei ziemlich schlimm sein. Zu Hause spielen sie gerne gemeinsam und haben Spaß, beim Palatschinken machen und spielen.
Angas kann ziemlich wild werden, wenn etwas gegen seinem Kopf geht, da liegt noch eine Aufgabe vor uns, ihn da zu besänftigen und dann gibt es wieder die Momente, in denen er einfach in sich selber versunken ist. Meine Frage, was er denn so besonders hätte, das ihm Kraft gibt, meinte er „Mein Kreuz, this is something really special for me. Like Jesus." Am Sonntag gehen wir weiterhin in die Kirche, AIM, Australian Inland Mission. Die Bibelstellen und Predigten sind zwar fast immer die gleichen, das Gute besiegt das Böse - sehr bildhafte Stellen, die die Menschen hier ansprechen, und „sharing time" ist immer sehr wichtig, denn dann hat jeder die Möglichkeit etwas einzubringen.
Seit dieser Woche habe ich auch meinen Skinname (Nungala) und somit habe ich Schwestern und Verwandte in Borroloola und all over Australia.
Ich muss gestehen, ich habe dieses System der skin names noch nicht durchblickt. Es wirkt für uns Weiße sehr kompliziert. Maria Pyro unsere bleckfella Lehrerin meinte einst, das ist wie Mathematik, ganz logisch und klar, sodass jeder seine Verwandtschaft kennt, all over Australia. Da gibt es noch was für mich zu lernen.

WOCHE 6, 8. bis 14.11.2010
„The kids go Mango crazy", sagt Adi (Assistant Teacher in der High School) … und die Stunden spüren sich auch so an, und es ist heiß, und kein Regen. Am Donnerstag, 11.11.2010, 11.00 Uhr ist hier Remembrance Day, in Erinnerung an die gefallenen diverser Kriegseinsätze und wir haben eine kleine Feier mit Fahnenhissen und Zapfenstreich etc., bei uns in Österreich wurde der Fasching eingeleitet.

Wir haben angenehme Abende im Garten, Sonnenuntergang ist erst um 19.00 Uhr und ab 5.00 Uhr in der Früh hören wir die Vögelein singen und erleben oft die schönsten Sonnenaufgänge überhaupt. Aber….es ist gleich heiß. Ich habe das Gefühl, die Morgenstunden sind die heißesten überhaupt und bevor wir in die Schule gehen (nein, mittlerweile fahren wir mit dem Auto!) bin ich schon das erste Mal schweißgebadet.
Es wird auch fleißig gebaut. Hätten wir mehrere Unterkünfte für Lehrer, könnten mehr Lehrer angestellt werden. Es sind 5 neue Häuser die hoffentlich bis zum Beginn vom neuen Schuljahr fertig sind?!
In der Schule bereiten wir uns auf das Schreiben der Zeugnisse und auf Abschlussarbeiten vor.

WOCHE 7, 15. bis 21.11.2010
Heiß, heiß, Gewitter im Umfeld, Wetterleuchte etc. aber kein, Regen, am Mittwoch, endlich - Regen und Abkühlung, sollte der einzige der Woche sein. Ich verbringe viele Stunden in der Schule mit den Abschlussarbeiten und meinem neuen Job für PCs, sowie mit den Vorbereitungen für die Stunden für UNI Leeds. Angas und William spielen oft gemeinsam. Leider ist das Schwimmbad die meiste Zeit geschlossen, weil es an Leuten fehlt, die zur Arbeit erscheinen bzw. ihre Prüfungen nicht erfolgreich abgelegt haben.

In der Schule beginnen die Vorbereitungen für das Weihnachtsabschluss Konzert am 1. 12.2010. Ich nehme mir vor, mit der ganzen Schule „Stille Nacht" auf englisch und auf deutsch zu singen. Soll auch gelingen - nur nährt das mein Weihnachtsheimweh nach Schnee, Adventmärkten, Glühwein und Weihnachtslichtern. Ich spüre so richtig das Heimweh, da tun ein paar Telefongespräche mit meinen Lieben zu Hause schon sehr gut, besonders das ewig lange Plaudern mit meiner Nichte über alles was sie so macht, in der Schule und in der Freizeit. Mama ist wieder einmal auf Reisen, Papa ist in Spanien und mein Bruder Andreas hat die Ernte gut eingebracht. Österreich erstickt mittlerweile im ersten Schnee. Ich beginne einen Adventkalender für Angas zu basteln, das stimmt mich wieder halbwegs gut.

Am Freitag, 19.12.2010 hat Borroloola einen Weihnachtsmarkt, und ich verpasse ihn. Ich bin darüber nicht sehr glücklich. Ich habe mir wieder angewöhnt, mit den Lehrern am Freitag zum Essen zu gehen, das tut ganz gut…und außerdem hat der Grill mittlerweile auch Kaffee. Am Samstag, 20.11.2010 fahren Angas und Shane früh los, mit drei andren jungen Aboriginal people um ein Rindvieh nach Hause zu bringen. Auf den Homelands von Bunza (Peter) können sie jagen gehen - Manangoora - auf den costal plains. Laut Schilderungen von Shane ein faszinierendes Stück Land - und am Abend kommen sie wirklich mit einem Rindvieh nach Hause, das die nächsten zwei Tage bei uns im Wohnzimmer zerteilt und ausgebreitet liegt, um
abzukühlen und dann in die Tiefkühler verfrachtet zu werden. Shane is happy. He loves it to have his own meat, wie eben die richtigen Jäger.
Am Sonntag gehen wir wie immer in die Kirche und schauen dann, wie es den Kricket Spielern geht, denn es gibt ein echtes Tournier im Zuge der NT Meisterschaften, und das Schulteam gewinnt!

Hätte ich fast vergessen, wenige Kinder sind in der Schule. Viele Familien sind out bush gegangen, bevor der Regen beginnt. Ein ganzes Camp (Garrawa I) ist menschenleer! … und am Sonntag fahren wir das erste Mal über die neue Brücke. Juhuuuu!

WOCHE 8, 22. bis 28.11.2010
Diese Woche bekommen „wir" (ein Teil der Lehrer) unsere neuen PCs, was auf der einen Seite schön ist, auf der anderen natürlich viel zu tun. Erstens müssen wir unsere Daten sichern, und dann gibt es all diese Überraschungen wie - Drucker funktioniert nicht und SMART board braucht ein update…und das alles zu Zeiten, in denen die Zeugnisse gedruckt werden. Ich bin PC verantwortliche und kann irgendwie (mit Hilfe unserer Hotline) alles erledigen.
Am Montag, um 16.30 Uhr war Treffpunkt bei Julie, Kosmetikparty. Ich habe mich schon sehr darauf gefreut und da ich mich im Moment so und so nicht so ganz gut fühle ist das sicher die beste Ablenkung. Angas kommt auch mit und ist echter Hahn im Korb unter cirka 15 Frauen. Wir probieren Cremen und Düfte und massieren unsere Füße. So angenehm, und das in Borroloola!
Die Woche in der Schule ist relativ ruhig. Die Informationen für die Zeugnisse sind alle eingegeben, wir haben wenige SchülerInnen in der Schule und die Segel stehen auf „Schulschluss". Ich bin auch dementsprechend müde. Die Computer bringe ich Mitte der Woche hin, ich nehme Stunden für meine Arbeit für Uni Leeds auf - bin mir aber nicht sicher, ob ich die Arbeiten wirklich schreiben will. Es ist heiß, kein Regen - und wir beginnen auch zu Hause Klimaanlagen zu verwenden, denn sonst ist es nicht auszuhalten. Um die 40° am Tag und auch die Nächte sind nicht kühler als 20°. Angas möchte schon so gerne Christine, seine schwarze Mami sehen, aber da muss er noch warten, bis nach Weihnachten.
Das Wochenende wollen wir im Busch verbringen - eventuell sogar campen. Ich bin ziemlich müde, und bush baut mich immer auf. Außerdem wollen wir einen echten Christbaum holen, denn hier ist es üblich, am 1.12. den Weihnachtsbaum aufzustellen. Am Samstag regnet es. Nichts wird's mit dem Bush camp, denn wir wollen nicht irgendwo abgeschnitten sein. Shane kennt die Gegebenheiten des Landes nicht, und laut Auskunft der Einheimischen steigen die Flüsse rasch, die Erde wird ganz schnell weich …. Und es kann schon sein, dass weder vor noch zurück möglich ist. Daher fahren wir am Samstag gerade ein wenig in Richtung Queensland um dort unseren Weihnachtsbaum zu finden (native pine). Am Weg zurück treffen wir 4 Burschen mit ihren Pferden (7 oder 8). Ihnen ist kalt, sie sind nass, haben nichts zu essen oder trinken. Sind seit drei Tagen mit ihren Pferden von Robinson River unterwegs zurück nach Borroloola. 2 Buben kenne ich von der Schule. Wir geben ihnen die Reste unseres Essens (ein gutes Stück Roastbeaf haben wir noch). Am Montag treffen wir die Burschen in Borroloola. All good - and they were very happy about the bit of food and water.
Am Sonntag ist erster Adventsonntag, und es ist so heiß. Wir schmücken unseren Weihnachtsbaum und stellen den „Adventkranz" auf - aus Pappe mit Papierkerzen - hält gut bis Weihnachten. Irgendwie eine komische Weihnachtsstimmung ohne Schnee ….

WOCHE 9, 29. 11. bis 5.12.2010
Schule ist einfach aber macht mich müde. Angas ist super und er genießt das Spiel mit unseren Hunden und es ist unwahrscheinlich wie viel er spricht und fragt und wissen will. (why? Why? Why? ) Er will nur nicht gerne zeichnen und schreiben - da haben wir jetzt ein Probleme mit den Briefen an Santa und das Christkind, die er schließlich doch noch schreibt und die auch ihren Weg finden zu beiden, den ich nehme an, es werden uns zu Weihnachten beide besuchen.

Am Mittwoch ist ein besonderer Tag, 1.12. 2010, Weihnachtsabschlusskonzert der Schule. Jede Klasse führt etwas auf. Es ist echt süß, manchmal komisch, manchmal peinlich. Ich habe natürlich mit Angas fest mitgezittert, Preschool hatte die „6 White Boomers" on stage, so süß. Der Abschluss des Konzertes war „Stille Nacht", irgendwie hat mich das wieder ins Lot mit meinem Weihnachtsheimweh gebracht.

Zu Hause begannen wir unseren Adventkalender zu öffnen und bereiten uns auf Weihnachten vor.
Am Donnerstag diese Woche hatten wir eine Rundfahrt mit dem Bus und unseren Assistant Teachern, ein Programm das sie zusammengestellt haben für die neuen Lehrer. Ich finde das toll, denn ich kann mich noch gut erinnern, dass ich im März ziemlich alleine dagestanden bin….genauso wie einige meiner Kolleginnen, und in einer Aborigine Community weiß man nie wirklich , wohin man gehen kann und so weiter.
Mein neuer Vertrag ist gekommen und ich darf im April drei Wochen unbezahlten Urlaub nehmen, damit ich zur Geburtstagsfeier meines Vaters (er wird 80!) dabei sein kann.

Am Samstag ist noch große council Weihnachtsfeier, mit einem Geschenk für jedes Kind und viel Spaß…und natürlich mit Santa. In Ermangelung von Schnee werden die Kinder hier Wasserbomben (Luftballons mit Wasser gefüllt!). Auch gut.

WOCHE 10, 6. bis 12.12.2010

Letzte Schulwoche - Aufräumen, Bestellungen erledigen, …. Ich kriege die Bibliothek wieder auf ganz Fordermann mit der Hilfe einiger SchülerInnen bekommen alle Bücher wieder ihren richtigen Platz und werden gereinigt.
Es sind nicht mehr viele SchülerInnen in der Schule, was das Leben sehr angenehm macht. Ich merke wie müde ich bin. Ich freue mich schon auf die Ferien, aber eigentlich sollte ich meine Arbeit für Leeds UNI schreiben????

Shane ist Donnerstag bis Samstag in Darwin und Katherine mit seinem Chef um eine neue Maschine anzuschauen.
Am Donnerstag haben wir einen Schulabschluss Weihnachtstea (mit Panettone!) und am Freitag gehen wir noch essen. Der große Regen ist da. Es schüttet.
Welch große Überraschung auf der Post, neben Weihnachtskarten (für die ich mich hiermit nochmals bedanke) war da ein riesiges Paket aus Trumau und drei Pakete von meiner Mutter. So viele Leckereien und Schönigkeiten für Weihnachten, das baut mich so richtig auf, denn ich war schon ein wenig betrübt, wie wir denn unseren Christbaum richtig schmücken sollten. Ich habe Gott sei Dank rote Kugeln hier kaufen können und Girlanden. Eine Kollegin ließ sich Weihnachtsdekoration für ihren Klassenbaum aus Melbourne schicken, die sie mir hier ließ (mit Lametta!) und Susis Paket hatte wunderschöne Fensterbilder und einen Adventkalender mit Christbaumschmuck, Weihnachtsservietten und viele viele Sachen mehr. Mamas Pakete waren voll mit Playmobil Burgen und Ritter - unter andrem auch einen Adventkalender mit Ritterfiguren und deren Zubehör, mit dem Angas schlafen ging und aufstand, denn das erste in der Früh sollte nun immer sein, „Can we open it mum, please." Und ich muss schon sagen, er hat gut widerstanden, alle Kästchen auf einmal zu öffnen. (Ich habe mich besonders über die Lebkuchen gefreut, die in einem der Pakete waren und die es erstaunlicher Weise durch den Zoll geschafft haben.)

Ja und so begannen am 10.12.2010 meine Sommerferien.
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