FERIENZEIT und VORWEIHNACHTSZEIT:
So sehr ich mir vorgenommen habe, für meine UNI Arbeit Leeds zu arbeiten, es wird nichts. Ich bin viel zu müde dafür, schlafe viel und genieße die Zeit mit Angas.

Unserer Nachbarin mit Tochter und zwei Freundinnen bleiben zu Beginn der Ferien zum Essen.
Aufräumen im Haus ist angesagt. Ich bin nun Köchin, in der Ferienzeit und probiere einige Rezepte aus. Mich juckt sogar das Backen. Ich will unsere eigenen Weihnachtskekse haben. Ist gar nicht so einfach, ein gutes Rezept zu finden, wenn man keine Nüsse und keinen Vanillezucker hat. Vanillekipferl scheiden leider aus. So habe ich ein paar Zimtkekse gemacht (mit Ausstechformen vom Playdough) und Mandelkugerl (habe ganze Mandeln im Take Away gefunden) und so was Ähnliches wie Schokobusserl hat es gegeben. Na ja…so ganz gut waren die Kekse nicht, aber auch nicht so ganz schlecht. Angas und ich besuchen oft die Frauen im Art Center in der Zeit vor Weihnachten und in der Kirche beginnen die Proben fürs Adventsingen am 4. Adventsonntag.

Ich genieße die Zeit.

In der ersten Woche bricht Angas mal in Tränen aus, da er meint „I have no friends to play with", womit er nicht unrecht hat und außerdem möchte er seine „black mummie" sehen.
Wir können Michael organisieren, seinen Freund von der crash und er ist den ganzen Mittwoch bei uns. Herrlich.

Es ist dies jetzt auch die Zeit der Ceremonies und Initiations- Feste. Drei Mal sollten diese stattfinden, mit Gästen (=Tänzern) von vielen anderen Teilen. Angas und Shane können ein Fest besuchen, fast hätte ich auch kommen können, aber irgendwie haben wir dann das Ereignis verpasst, weil es ja keine geregelte Planung gibt und es doch funktioniert.

Es wird heißer, aber auch schwüler. Wir haben Tage mit über 90% Luftfeuchtigkeit und die cane toads (Kröten) sind zurück wie auch die grünen Frösche. Spinnen und Vögel werden mehr.
Ich schreibe endlich meine Weihnachtskarten und Angas freut sich, dass Santa im Red Dirt shop auch ein Sackerl mit goodies für ihn hat.
Das Charol Singen im Sonntag, 19.12.2011 ist total nett. Um 17.00 Uhr treffen wir uns (sowie viele andere) bei der Kirche. Weihnachtlich geschmückt, Grill, warten auf Sonnenuntergang. Echte Kerzen verteilen, und dann singen. Zum „Proben" sollten wir (cirka 5 bis 8 Frauen) uns treffen - Dienstags und Donnerstags. Ich war meist da - sonst niemand, oder sind mit einer Stunde Verspätung gekommen - aber das Carol singen fand trotzdem statt, auch wenn die wichtigste Sängerin plötzlich verschwunden war …??? Und dann mitten drinnen wieder kam. Wir sangen 5 Lieder, „Away in a Manger" auch in Garrawa - und Stille Nacht natürlich auch auf Deutsch. Ich habe 2 der Lieder auch auf der Gitarre begleitet - erstmals dass ich mit nur 5 Seiten spielte, aber sie klang trotzdem richtig.

Es ist Vollmond und die zweite Zeremonie ist im Gange - anderes Camp, andere Buben. Es ist nett, am Abend durch Borroloola zu fahren, denn manche Häuser erstrahlen mit Weihnachtslichtern - und es gibt auch einen Wettbewerb. Ich habe eine Lichterkette für unseren Christbaum gekauft, den wir am 24. 12. nochmals fällen (diesmal einen Eukalyptus) und schmücken.
Am 23.12. hat Shane noch eine Weihnachtsfeier (bei der auch Angas und ich eingeladen sind)- echt australisch, mit „Barbie" und Bier.

Ja und am 24.12. erstrahlt dann unser Haus auch so richtig weihnachtlich, mit einer Menge Packerl unterm Christbaum und einem schön gedecktem Tisch. Dem Christkind steht nichts im Wege, zumal wir auch eine Weihnachtskrippe aus Naturpapier gebastelt haben, Stille Nacht singen und das Weihnachtsevangelium lesen.
Das Christkind weiß, was Buben wünschen und bringt eine riesige Ritterburg (Playmobil zum Zusammenbauen, natürlich bin ich damit nicht schnell genug - aber irgendwann am 25. steht die Burg komplett!). Angas is happy that baby Juesu came to us!
Hier wird Weihnachten wie in England am 25.12. gefeiert. Um ca. 7.30 Uhr ist ein Lärm sondergleichen???? Santa fährt (am Abschlepptruck mit super Hupe) durch die Stadt und verteilt Zuckerl. Natürlich hat ihn Angas verpasst, woraufhin wir uns ins Auto setzen und ihn suchen. Über der Brücke, in Garrawa I - da ist er und hat auch lollies für uns!
Weihnachtsmesse, Weihnachtsbrunch (mit Truthahn-kalt!), Geschenke von Santa die durch den Schornstein kamen - nein - wir haben keinen Schornstein, was Angas Kopfzerbrechen machte. Aber Kinder haben ihre eigene Logik und somit meinte er nur, „Santa has to make a hole in the roof and will fix it after!"
Santa brachte viele schöne shirts von Shanes Eltern , eine Spiderman Figur und ein Flugzeug, in dem prompt Oma drinnen saß und bei uns landete.
Ich war dann noch beschäftigt, die Burg zusammenzubauen und genoss es, mit Angas und seinen Rittern zu spielen. An easy Christmas Day. Am Abend schauten wir nochmals Weihnachtslichter und am 26. 12. um 10.00 Uhr fuhren Angas und Shane ab, in Richtung Barkley Homestead und Epenarra, zu Angas Black Mum, auf die er sich schon sehr freut. Ich hoffe, die zwei bleiben für drei Wochen weg, denn ich will nun doch die Arbeit für Leeds schreiben. Im Gedanken hatte ich sie schon abgeschrieben, als das email von Leeds kam, dass ich auch später einreichen kann. Also ran an die Arbeit. Ich muss aber gestehen - die zieht sich. I am not very happy about it. Außerdem habe ich so was wie eine Sommergrippe erwischt und bin dementsprechend schlapp. Irgendwie bizarr - bei diesen heißen Temperaturen dann ein heißes Schwitzbad zu nehmen - und auch richtig zu schwitzen. Aber es hilft. Zwischen Weihnachten und Neujahr sehen wir keine Sonne. Es regnet jeden Tag, manchmal habe ich das Gefühl, es hört gar nicht mehr auf. Der Himmel ist grau - somit kein Sonnenschein, was die Temperaturen nur um die 30° steigen lässt, und somit ist das irgendwie auszuhalten, auch die Luftfeuchtigkeit erscheint mir nicht so hoch, obwohl diese noch immer über 90% liegt.
Ich besuche Val, die örtliche Bibliothekarin in der Radio Station (wir haben eine eigene kleine Station hier!) und bin für 1.1. zum Abendessen bei ihr eingeladen. Das ist fein. Am 30. 12. besuche ich Daphne unseren Assistant Teacher zu Hause in Garrawa II, dabei lerne ich auch ihren Mann Frank kennen der darauf wartet, dass er auf 7 Emus zurück fahren kann. (Bei meiner Anfahrt bleibe ich glatt am Rand stecken und die zwei müssen mich rausziehen, no worries for them!). Das Wasser im McArthur River steht bereits 2/3 hoch….wird aber wieder weniger!

Ich plaudere hier und da mit Leuten - besuche old Jerry (Arbeitskollege von Shane) und seine Frau Helen in Yangala camp und krieg auch Teile meiner Arbeit fertig.
Vor Weihnachten hatten wir uns entschlossen, auch Internet einzurichten und darüber bin ich jetzt maßlos froh, denn ich kann bis spät in den Abend arbeiten, kann alles liegen lassen und habe zwischendurch auch meine Erfolgserlebnisse.
Der Truck zwischen Neujahr und Sylvester konnte einmal nicht kommen, da zuviel Wasser auf dem Highway zwischen Daly Waters und Borroloola war. Er kam dann mit einem Tag Verspätung. Zu Sylvester hörte es auf zu regnen und endlich war wieder ein Stück blauer Himmel zu sehen. Daphne meinte nämlich schon, so bleibt es jetzt bis März/April, grau, Regen, warm. Ich hoffte innerlich, dass dem nicht so ist.
Sylvester selbst habe ich noch bis 22.00 Uhr an meiner UNI Arbeit geschrieben, begann dann Glücksfische aus shortbread zu machen und genoss um Mitternacht die Feuerwerke. Da war ich ganz erstaunt, dass es so was hier gibt. Ist im Grunde auch illegal, denn diese dürfen nur zum NT Day geschossen werden (im Juli!) - aber - viele Menschen müssen welche aufgehoben haben, und somit kam ich zu Feuerwerken. Unsere Nachbarskinder hatten viele viele und die waren ganz happy darüber. Ich suchte die Pummerin und den Donauwalzer am PC, hatte ein Glas Sekt und Lachs, rief dann noch an, wo ich anrufen konnte und ging gegen 2.00 Uhr ins Bett. Unsere Straße dürfte durchgefeiert haben, denn Musik erklang noch um 8.00 Uhr in der Früh, als ich wieder aufstand. Das Neue Jahr war hier - warm und heiß mit blauem Himmel. Schön!

Am Nachmittag kam Mauria, unsere Nachbarin mit ihrer Tochter und den 2 Freundinnen die zu Besuch waren herüber. Denen haben meine Glücksfische gut geschmeckt. Eigentlich wollte ich sie zu Val mitbringen, aber es waren nur mehr 2 übrig. Ich nahm diese trotzdem mit. All okay. Abendessen bei Val und Neville mit noch ein paar Leuten und dann bald ab ins Bett. Shane und Angas waren out bush, auf ihrem Weg von Epenarra nach Alice Springs. Bei uns hört der Regen wieder auf und die nächsten Tage bin ich nicht viel fort. Arbeite zu Hause und erlebe am 5.1. ein Naturspektakel dem ich mich gar nicht entziehen kann. Im Osten beginnt ein Wetterleuchten sondergleichen, das die Wolken nur so erstrahlen lässt, es folgen Blitze und Donner und dann kommt auch noch der Wind auf - Regen - für vielleicht 10 Minuten - und das Wetterleuchten geht weiter. Ich komme mir vor wie in einer Disco und Mauria unsere Nachbarin meinte „Did you enjoy the lightning show?" Großartig - gute drei Stunden, und es schaute für mich so aus, als hätte dieses Ereignis einen 360° Cirkel gemacht. Faszinierend.
Angas und Shane kommen am Freitag, 7.1.2011 zurück. Ich freue mich darüber, aber lieber wäre es mir gewesen, wenn ich noch eine Woche zum Schreiben gehabt hätte.
Ich kriege in der kommenden Woche Assignment Nr. 3 nicht fertig - weil ich auch viel zu viel Zeit mit Angas verbringe - aber - die kommt nie mehr - und ich genieße sie. Seine Ritter gehen mit ihm Schlafen und in der Früh weckt er sie wieder auf. Sie bekommen alle möglichen Namen und Angas selbst ist natürlich mitten in der Schlacht. Schreiben mag er noch immer nicht, dafür singt er sehr gerne und ist sehr sportlich. Bücher liebt er auch - somit ist meine Hoffnung, dass er doch auch die Welt der Buchstaben erobern wird, sehr groß. Die ersten Tage als er wieder zu Hause ist, ist er sehr traurig, dass seine Mami Christine jetzt wieder weg ist. Es beruhigt ihn aber scheint's als er merkt dass es okay ist, dass er mich und seine andere Mami lieb hat. Das hat er im Bett mit mir einst besprochen und das ist okay so. „I love you mummy, but I also love my mummy Christine!" That is all okay baby!
Während der Woche geht Angas in die Crash, somit kann ich doch noch ein wenig arbeiten, in der Schule die Schüler-PCs für ein neues Schuljahr vorbereiten und das Haus nochmals auf Sauber machen.
Es ist wieder ceremony-time und diesmal kann ich wenigstens einen kleinen Blick des Tanzens erhaschen. Für das richtige Dabeisein muss ich auf nächstes Jahr warten. Es ist erschreckend, die Bilder aus Queensland zu sehen, denn dort wollte der Regen nicht aufhören und riesige Teile des Landes sind überflutet. Ein Gebiet so groß wie Frankreich und Deutschland um Rockhampton steht unter Wasser. Unvorstellbar. Die Bilder am TV sind schrecklich, und doch ist es sehr australisch wie die Leute mit fast Gelassenheit an diese Desaster herangehen, mit viel Spendenaktionen, Politikern die rund um die Uhr im Einsatz sind und einem Heer von freiwilligen Helfern - neben Berufsheer und Berufsfeuerwehren.

Angas und ich verbringen unsere letzte Ferienwoche gemeinsam in Katherine. Arztbesuch, Frisör, Fußplfege, einkaufen (die Vorra und tskammer ist wieder voll!), im Swimming Pool tollen. Er ist ein guter Schwimmer und will gar nicht heraus. Brisbane und Toowomba sind mitlerweile überflutet und die Wassermassen bahnen sich jetzt den Weg nach NSW, Victoria und Südaustralien, sodass auch andere Staaten von den Naturgewalten betroffen werden. Grässliche Bilder! Den Bericht habe ich hier in Katherine geschrieben, wo es auch jeden Tag regnet - in Borroloola nicht. Somit hoffe ich, dass die Straße in Ordnung ist, und wir die 750 km am Freitag gut wieder zurücklegen können, sodass wir unsere Einkäufe am Samstag verstauen können (unser Lager ist voll - fühlt sich gut an!) und wir gehen nach dem Wochenende wieder in die Schule.

Die Straße war gut. Cirka 130 km nach der Abzweigung vom Highway war die Straße für ca. 500 m lang überschwemmt - aber der marker hat angezeit, 0,40 Meter, kein Problem für unseren 4WD. Mir haben die zwei Aussies im PKW leid getan, die die Durchquerung nicht geschafft haben und auf den Abschleppwagen warten.
100 km vor Borroloola bleiben wir beim Heartbreak Hotel stehen. Die Polizei hat vor 30 Minuten (es ist jetzt 17.00 Uhr) angerufen, dass nur noch 4 WD nach Borroloola fahren können, das Wasser steigt ziemlich rasch. Wir schaffen das leicht und freuen uns, dass wir um 18.00 Uhr wieder zu Hause sind. „Borroloola here we come!", so Angas' Devise.

Übrigens…unsere Tickets sind gebucht. Wir (Angas und ich) kommen am 4.4. nach Österreich und werden am Mittwoch, 27.4.2011 wieder retour fliegen. Wir haben genau drei Wochen in Österreich, und freuen uns schon, mit Papa seinen 80er zu feiern - und unsere Familie wieder zu sehen. Ansonsten nehmen wir uns nicht allzu viel vor, denn es wird einiges zu tun geben, mit Wohnung räumen und all den täglichen Kleinigkeiten.
Also dann….Have a good Day. Es ist jetzt ziemlich genau ein Jahr, dass ich hier in Australien gelandet bin. Es war im Vorjahr zum Australia Day, den wir heuer in Borroloola am Mittwoch, 26.1.2011 feiern. Woche 1 des neuen Schuljahres, Term 1. Ich bin schon neugierig, was das neue Schuljahr bringt. Ich hoffe, ich darf weiterhin die Bibliothek betreuen und werde wieder Informatik unterrichten.
Am Montag, 24.1. zu Schulbeginn weiß ich dann mehr.

Liebe Grüße an euch alle.
Ich freue mich auf ein Wiedersehen in Österreich.
Dickes Bussi und alles Gute.
Maria, Shane und Angas
Maria Schafler / Shane Baty
Dreamtime Sands
PMB 5
Borroloola School
Borroloola
NT 0854
Australia
Tel.: 0061(0)8/8975 8794
mob.: 0061-(0)458899 386
SKYPE: maria_schafler
<mailto:mariaschafler@gmx.at>
<http://www.dreamtimesands.at/>
zur Startseite